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{Mittwochsgast}...Und plötzlich keine Flasche mehr

„Wie alt ist denn Ihre Tochter?“
-         „sechs Monate“
„Und schläft sie durch?“
-         „Nein, sie bekommt noch zweimal pro Nacht eine Flasche“
„DAS ist aber nicht NORMAL… Da müssen Sie unbedingt was tun, sonst will sie ja noch in 3 Jahren zweimal pro Nacht eine Flasche“.

Solche und ähnliche Gespräche mit sehr guten Freunden, der Familie, dem Kinderarzt oder gar wildfremden Personen sind vielen Mamas nicht unbekannt. Diese Gespräche führte ich alle paar Tage oder auch gefühlt jeden Tag ;). Je älter die Minimaus wurde, desto entsetzter wurden die Leute.
Je entsetzter die Leute wurden, umso unsicherer wurde ich…
Unsere Nächte liefen wie folgt: N. ging um sieben ins Bett, schlief prima und schnell ein. – Gar kein Problem. Alle 3-4 Stunden meldete sie sich. Selten reichte der Nucki. Oft schrie sie wie am Spieß. Der einzige Weg sie zu beruhigen war, ihr eine Flasche anzubieten. Diese trank sie binnen weniger Momente leer, drehte sich zufrieden schmatzend auf die Seite und schlief dann SOFORT weiter.
Klar, traumhaft ist anders. Insbesondere, wenn um mich herum die anderen Muttis erzählten, dass ihr Kind ja schon laaaange durchschlief.
Je näher mein Wiedereinstieg in den Job rückte, desto nervöser wurde ich auch. Wie sollte ich es schaffen arbeiten zu gehen, wenn ich mehrfach in der Nacht aufstehen musste? Und WIESO VERDAMMT NOCHMAL SCHLAFEN ALLE KINDER DURCH, NUR MEINS NICHT?
Bei der U6 ergriff ich die Gelegenheit nochmal die Kinderärztin anzusprechen. Die ernüchternde Antwort hat mich geärgert und gekränkt. Meine Tochter würde die Flasche aus physiologischer Sicht nicht mehr brauchen. Hunger „darf“ sie nicht haben. Sie schreit, weil sie die Nähe zu uns sucht.
Ich erwiderte, dass sie aber in dem Sinne im Moment der Flaschengabe keine „Nähe“ bekommt, da wir sie hierfür noch nicht einmal aus dem Bettchen nähmen.
Letztlich ließ sich die Ärztin von Ihrer Meinung nicht abbringen und ich ärgerte mich sehr, als sie sagte, der einzige Weg ihr die Flasche dauerhaft abzugewöhnen sein würde, sie „schreien zu lasen“!
Das kam für uns gar nicht in Frage und wenn N. angeblich nur Nähe bräuchte, dann würde es ja ausreichen, sie im Arm zu wiegen, bis sie wieder einschläft. Aber das  führte nur zu umso mehr Geschrei und vor allem um so unruhigere Nächte, da dies bedeutete, dass wir nicht 5 Minuten für die Flasche im Kinderzimmer verbrachten, sondern Stunden, um das Kind wieder in den Schlaf zu wiegen, welches sich dann nach wenigen Minuten wieder meldete, um dann doch die Flasche einzufordern.
Gemeinsam beschlossen wir, dass DAS nicht UNSER Weg sein würde, sondern dass N. die Flasche bekommt, solange sie sie fordert.
Für das Gefühl sie langsam zu entwöhnen, begannen wir aber zunächst Pulver und anschließend auch die komplette Menge zu reduzieren.
Als ich dies in einer meiner lieben Mutti-Gruppen äußerte sagte eine andere Mami, deren Kind schon etwas älter war folgendes:
„Weißt Du Meike… probiert es ruhig aus! Wir haben das auch gemacht, letztendlich hat NICHTS anderes als Zeit geholfen. Irgendwann plötzlich ist da eine Nacht, in der sie keine Flasche will! Du wirst nicht wissen wieso, aber auf einmal braucht sie sie nicht mehr!“
Den Rat fand ich gut. Wir reduzierten die Milchmenge trotzdem und fuhren gut damit. N. bekam fortan 120 ml mit einem Löffel Pulver, wenn sie sich meldete und schlief dann zufrieden weiter.
Schon recht bald sogar nur noch einmal pro Nacht! Ein voller Erfolg. So ging das dann einige Monate.
Bis – ja bis - vor ungefähr drei Wochen: N.s Papa hatte die Nachtschicht. Am Morgen wurde ich von ihm geweckt und es wurde stolz berichtet, dass N. KEINE Flasche getrunken hatte.
Die sagenumwogene Nacht! Auf einmal war sie da!
Noch traute ich dem Braten nicht, aber der „Vorfall“ wiederholte sich auch in den folgenden Nächten. Und plötzlich braucht sie keine Flasche mehr!
All dieses Zweifeln und rumdoktorn… mal wieder merkte ich, es war eigentlich goldrichtig einfach auf die Bedürfnisse unserer Tochter zu hören und doch hatte ich mich wieder einmal von der Meinung von ach so schlauen Leuten verunsichern lassen. N. bestimmte den Zeitpunkt und keiner sonst!
Und trotzdem. Auf die Frage „Und, schläft sie durch?“, können wir in neunzig Prozent der Fälle lächelnd antworten: „Nein, denn keine Flasche zu wollen heißt LANGE nicht, dass das Kind durchschläft!“.
Und eigentlich: Wenn man so darüber nachdenkt…. Wie viele Erwachse schlafen eigentlich IMMER eine Nacht durch, ohne etwas zu trinken oder auf die Toilette zu gehen?
- Wie soll man das dann von einem Baby erwarten…?
Das Flasche nicht = Durschlafen ist, DAS scheint kaum einer zu wissen. Der Nucki, etwas Nähe oder ein Schluck Wasser werden immer wieder gebraucht.  Und das bekommt sie, solange sie es möchte! PUNKT.
Auch da wird sie uns zeigen, wann es ihr genug ist. J

Kommentare:

  1. Ich frage mich auch immer wieder, welcher Erwachsene es schafft, sich ins Bett zu legen, einzuschlafen und am nächsten Morgen pünktlich zur Aufstehzeit wieder wach zu werden. Es ist wohl eine verschwindende Minderheit. Aber von unseren Babies und Kindern verlangen wir es. Was soll dieser Unsinn?
    Und was sollen diese Fragen? Schläft sie schon durch? Stillst du noch? Gibst du schon Beikost? Sitzt/krabbelt/läuft sie schon? Spricht sie schon? Weshalb werden Eltern und Kinder so unter Druck gesetzt? Kinder und Eltern sind keine Maschinen, die funktionieren müssen. Wir sind alle nur Menschen, auch unsere Kinder. Das sollten wir nie vergessen. Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Und das ist auch gut so.

    Danke für diesen Bericht - und immer nur Mut und weiter so!!

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  2. Meine liebe Freundin und Arbeitskollegin war heute da und meinte mit hocherhobenen Händen...jaja ich weiß ja, das ist nicht sooo gut, aber sie gibt ihm immer abends von H*** so einen Nachtbrei und er schläft danach seelenruhig ein und auch durch...ich war baff...und fragte sie erstmal warum sie sich rechtfertigt!!? Wenn er den Brei mag und danach schläft...glückwunsch...da würd ich auf alle anderen Meinungen pfeiffen!! Meine Große hatte ewig lang ein Einschlafproblem, wir hatten sie noch mit 1,5 auf dem Schoss und gaben ihr eine Einschlafmilch...das war prima...keine Geschrei und alle, ja wirklich alle waren damit zufrieden und auch glücklich...das was andere darüber dachten und meinten war uns egal...und wie du schon schreibst, irgendwann brauchte sie auch diese Flasche nicht mehr :-) ich finde es soviel besser und auch entspannter einfach auf die Bedürfnisse unserer Kinder zu hören, das klappt nämlich auch! Ich kann dir noch sagen, macht das immer wieder, bei allen Entscheidungen...höre auf DEIN Bauchgefühl und helfe DEINEM Kind bei der Entwicklung. Alle haben ihren eigenen Rythmus und auch die Kleinen können schon sehr gut selber entscheiden was sie wollen und wann sie was brauchen.

    Gaaanz liebe Grüße
    Mandy

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  3. Beim Lesen dachte ich, genau so! Genau so geht es uns auch!! Und heute bin ich aufgewacht und es war wieder eine Nacht mit Einschlafflasche aber OHNE Zwischendrintrinken! Dafür war gestern eine sehr unruhige Nacht- Zähne, Bauchweh, Vollmond?? Wer weiß... Ich selbst hab als Kind - laut meiner Mutter- noch gaaanz lange mehr als zwei Milchflaschen gebraucht, bei den zwei nachfolgenden Schwestern war es wieder gaaanz anders.

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  4. Bei uns war es genau so, ganz genau so.
    Schade, dass man so wenig Unterstützung von den Ärzten bekommt bei diesem nervenzehrenden Thema. Bei mir kam noch dazu: " Wie mit 5 Zähnen trinkt sie nachts noch kohelhydrathaltige Sachen? Das gibt aber Zahnfäule!"
    Zum Glück war ich auf einem Vortag zum Schlafen - das hat eine Mama von 3 Kindern gemacht. Von ihr kam dann der Tip mit dem Ausdünnen der Milch. Klappt wunderbar, sollte einem nur einer vorher sagen ;)

    grüße

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  5. Alle Kinder schlafend urch? Halte ich für eine der größten Lügen unter Müttern. ;) Ich glaube nur die Hälfte von den Durchschlafkindern schläft tatsächlich durch. Also sei unbesorgt :) Meine Tochter schläft nicht mal ansatzweis durch - und zwar auch nicht nach der Definiton "4-6 h am Stück". Sie wacht alle 2-3 h auf und das ist schon Luxus, bis vor Kurzen waren es 1-2 h. Sie schläft auch nur durchs Stillen wieder ein. Sie ist 19 Monate - die Blicke und Ratschläge, die ich da bekomme, kann man in die Tonne treten :D Irgendwann kommen auch für uns bessere Nächte. Ganz sicher :)

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  6. Also bei uns ging es dabei um das stillen. Viele meinten Paul müsste nicht mehr gestillt werden. Der ist doch schon über ein Jahr alt. Und dann kam auch bei uns diese Nacht. Paul wollte nicht mehr die brust. Die folgenden Nächte genauso. Unser Sohn hatte selbst den Zeitpunkt gewählt. Und das ging ganz ohne schreien lassen und Milchersatz (was ich beides nicht wollte). Ganz harmonisch. So wie ich es mir wünschte. Und da hab ich mir gesagt, du hast Alles richtig gemacht!!! Klar bin ich auch oft unsicher und Zweifel an mir, aber ich bin doch die mutter meines Kindes und weiß was es braucht. Und lass die anderen doch reden...

    Lg dani

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  7. Ich finde das dein Blog sich oftmals sehr negativ liest, bzw. man es dir anmerkt das du irgendwie unzufrieden wirkst.
    Lese nun schon ziemlich lange mal mehr, mal weniger mit - aber das muss ich mal gesagt haben.

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    1. Also erstens: Wenn du den Blog aufmerksam lesen würdest, dann hättest du gesehen das dieser Post nicht von mir stammt, sondern von der lieben Gastbloggerin Meike.

      Und zweitens: Ja, manchmal schreibe ich auch negative Artikel, ein Leben besteht schließlich aus Höhen und Tiefen und ich werde sicher nicht auf meinem Blog der Welt was von rosaroten Wolken vorlügen. Solche Blogs gibt es zu genüge und es ist schön das ab und an zu lesen, aber ich muss mir keine Maske aufsetzen und mich und meine Leser belügen. Und du hast auch recht das ich manchmal unzufrieden klinge, ich bin unzufrieden mit meiner beruflichen Situation, mit unserer kleinen Wohnung und unserem Hermes-Boten, und da L'inutile mein persönlicher Blog ist schreibe ich natürlich auch darüber. Wenn man das nicht lesen möchte, dann muss man es auch nicht, aber ich schreibe lieber für 500 Leser die mich durch die Höhen und Tiefen meines Lebens begleiten, als für 5000 die gerne eine ideale Welt präsentiert bekommen.

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  8. Hallo,
    ich finde es auch immer wieder erstaunlich, was man sich von anderen Leuten in Bezug auf Kinder alles anhören muss.

    Mein Junge ist gerade vier Jahre alt geworden und hat vor einem halben Jahr beschlossen, bei Mama und Papa im Bett zu schlafen (am liebsten, wenn Mama gleich mit ins Bett geht). Keine Chance, dass er in seinem Bett schläft.
    Meine Schwiegermutter meinte, als er so 2 bis 2,5 Jahre alt war, er müsse doch jetzt mal aufs Töpfchen gehen - er trug seine Windel bis er 3 Jahre wurde und hat zwei Wochen später beschlossen, er geht jetzt auf die Toilette und vier Tage später wollte er auch nachts keine Windel mehr. Vor drei Tagen vermeldete er stolz, dass er sich nach der Toilette ganz alleine den Popo abgewischt hat - was er jetzt auch weiter tun möchte. Jetzt hoffe ich, dass er sich bald mal selber an- und ausziehen möchte. Dazu ist er immer noch zu faul (Mama macht ja)

    Also, es kommt alles von alleine. Es ist zwar leichter gesagt als getan: nicht verrückt machen lassen.

    Liebe Grüße
    Kristine

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  9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  10. Genau das mach ich gerade auch durch, aber mein Sohn hat auch Klumpfüße und muss Schienen tragen. Kann sich auch kaum wenden wie er mag. Wenn er aufwacht, hilft auf denn Arm nehmen überhaupt nichts. Ich hör gar nicht was andere sagen, nur auf mein Bauchgefühl und das hat mich noch nie enttäuscht.

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  11. Schön geschrieben. Einfach nicht so viel rein reden lassen :)

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  12. Ja, schade, dass viele immer denken, die müssten sich einmischen. Das beste, um sich dagegen zu wehren, ist immer noch ein Lächeln und das Selbstvertrauen, dass man alles richtig macht. Unsere Tochter hat noch mit 18 Monaten ihre NAchtflasche bekommen. So what? Lasst euch bloß nichts einreden und vertraut auf euer Bauchgefühl und vor allem darauf, die Bedürfnisse der Kinder richtig zu deuten! So, dass mal als ungefragter Tipp.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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  13. Ja, lächeln und nicht weiter beachten.
    Meine Tochter ist 4 und wir haben sie bisher viele Sachen selber entscheiden lassen. So ist sie zB mit ca 1,5 Jahren von selber aus dem Familienbett ausgezogen, hat selber entschieden, dass sie kurz vor dem Kindergartenstart von Windeln aufs Klo gewechselt hat und seit ca 6 Monaten erzählt sie uns, dass sie ab ihrem 5. Geburtstag auch nachts keine Windeln mehr will.
    Kein Töpfchentraining, kein Stress beim ins Bett gehen, beim abstillen...irgendwie hat sich immer alles von allein oder mit sanftem 'hinschubsen' (wir haben als sie 1 Jahr alt war eine normale Matratze in ihr Zimmer gelegt und sie ab und zu gefragt, wo sie schlafen will) ergeben. Hört einfach immer auf euch selber. Ihr wisst am besten, was gut für euer Kind ist!
    LG Melly

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