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Mädchen sein kann man auf viele Weisen


there's more than one way to be a girl from PinkstinksUK on Vimeo.

Wir schreiben den 03.01.2014.
Ich bin mit Martha in einem Luftballongeschäft um ihr für den Geburtstag einen einfachen, roten, runden Heliumballon zu kaufen.
Die Ballonfachverkäuferin: Wie kann ich ihnen helfen?
Ich: Ich hätte gerne einen einfachen, roten, runden Ballon.
Die Bfv (schaut Martha an): Für ihre Tochter?
Ich: Ja.
Die Bfv begeistert: Dann haben wir hier ganz tolle Prinzessin Lillifee Ballons!
Ich: Ja danke, aber ich hätte gerne einen einfachen, roten, runden Ballon.
Die Bfv etwas irritiert: Ok, dann kommen sie mit...hier im Regal sind die runden Ballons. Wie wärs denn mit diesem tollen pink?
Ich, langsam genervt: Ich hätte gerne einen EINFACHEN, ROTEN, RUNDEN Ballon.
Die Bfv scheint garnichts mehr zu verstehen: Ok...sie können da dann auch noch mit Edding Herzchen drauf malen!
Ich sehe sie entgeistert an, bezahle und bin froh das Geschäft doch noch mit einem einfachen, roten, runden Ballon verlassen zu dürfen.
Und die arme Ballonfachverkäuferin kann sich sicherlich immer noch nicht erklären warum ich meinem Mädchen keinen geschlechtsspezifischen Ballon kaufen wollte, dabei war er rot...was wäre wohl gewesen wenn ich einen blauen gewollt hätte ;)

Oberflächlich betrachtet ist das eine lustige Anekdote, aber denkt man mal darüber nach, ist es einfach nur traurig.
Ein Mädchen? Pink! Prinzessin! Ein Junge? Blau! Pirat!
Zwei Schubladen und je früher man die Kinder einordnet umso besser. Denn mit geschlechtspezifischen Produkten lässt sich schlicht und ergreifend mehr Geld machen als mit geschlechtsneutralen. Die Industrie nutzt das natürlich immer mehr aus und so gibt es kaum mehr ein Produkt, dass es nicht in einer speziellen Mädchenvariante gibt, natürlich in Pink, Rosa oder Lila.
Martha ist erst 14 Monate und ihr ist es ziemlich egal womit sie spielt, aber irgendwann wird auch sie in ein Alter kommen, in dem der äußere "Rosa-Druck" stärker wird und ich habe ehrlich gesagt Schiss davor.
Als ich ein Kind war, war das alles noch nicht so schlimm, es gab zwar Barbie und PollyPocket, aber wenn man als Mädchen lieber mit etwas anderem spielen wollte, gab es noch viel mehr Wahlmöglichkeiten.
Ich wurde sehr liberal erzogen, hatte Lego und Spielzeugautos, eine Werkbank und eine Spielküche, eine Puppe und ganz viele Kuscheltiere. Ich ging mit meinem Papa zur Arbeit in die Tischlerei und durfte Schubladen leimen, zu Ostern backte ich mit ihm Kuchen. Meiner Mama half ich in der Bücherei und diskutierte schon früh mit ihr über politische Themen.
Sie sagte immer "Lass dir nie einreden, dass du etwas nicht kannst, nur weil du ein Mädchen bist!".
Ich habe diesen Satz so oft gehört, dass er mich schon irgendwann nervte. Ich verstand die Bedeutung lange nicht, denn für mich war das eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte ich denn etwas nicht können aufgrund meines Geschlechts? In meinem Kopf gab es noch keine Grenzen.

Jetzt bin ich erwachsen, Frauen können sich immer mehr in der Berufswelt behaupten, sie sind selbstbewusst, machen Karriere, managen Familien, regieren Länder. Starke Frauen in so vielen verschiedenen Lebensbereichen, eine riesen Auswahl an weiblichen Vorbildern.
Doch dann kamen Prinzessin Lillifee, MonsterHigh und Heidi K.
Ich muss mit ansehen, wie die Welt, für die Frauen über Jahrhunderte hinweg gekämpft haben und gestorben sind, in den Kinderköpfen immer mehr begrenzt wird und das macht mich so unglaublich wütend.

Jetzt habe ich selbst eine Tochter und in der Welt da draußen lauern schon die Prinzessinnen und Einhörner, bereit sich auf sie zu stürzen und in ihre rosarote Scheinwelt mitzunehmen.
Mädchen sollen süß, klein und zierlich sein, sie müssen von starken Männern beschützt werden und ihre Welt spielt sich in einem Mikrokosmos zwischen Traumschloss, Beautysalon und Herd ab, die ganz "emantipierten Prinzessinnen" ergreifen Berufe wie Tierärztin, Tänzerin oder Rockstar.
Die Produkte suggerieren einem kleinen Mädchen, dass schön sein und beliebt sein zusammen gehören, dass ein prall gefüllter Kleiderschrank wichtiger ist als ein volles Bücherregal und das die wilden, "gefährlichen" Sachen nur was für die starken Jungs sind.
In Maßen wäre diese Darstellung ja noch ok, aber nicht wenn es kaum mehr Alternativen gibt. Prinzessin oder Pirat, mehr Wahlmöglichkeiten findet man in einem durchschnittlichen Spielwarengeschäft nicht mehr.
Selbst im Supermarkt muss man sich bei Jogurt, Säften oder Süßigkeiten entscheiden ob man lieber blau oder pink möchte.

Wie viel Geschlechtertrennung ist noch gut, wie viel sogar wichtig zur Identitätsfindung?
Kinder verstehen erst mit 4 Jahren den Unterschied zwischen den Geschlechtern, der rosa Buggy, die pinke Babykleidung und die Farbe des Babyzimmers oder des Spielzeugs interessiert sie nicht.
Die Eltern sind die einzigen die etwas davon "haben", wer will schon das sein süßes Mädchen von irgendwelchen Passanten für einen Jungen gehalten wird und umgekehrt.
Aber was ist so schlimm daran? Ist das eine Geschlecht besser als das andere?
Was geben wir unseren Kindern mit, wenn wir ihrem Geschlecht schon so früh eine solch große Bedeutung beimessen? Wenn wir schon so früh definieren was weiblich und was männlich ist? Berauben wir sie dann nicht einer Vielfalt von Lebensformen? In dieser zweigeteilten Welt, wo ist da Platz für Homosexuelle? Wie will man einem Kind erklären,  welches vom Beginn seines Lebens mit der Vorstellung aufgewachsen ist, dass Männer stark und hart sind, dass der balletttanzende Nachbarsjunge nicht "schwul"ist, und überhaupt,  dass schwul kein Schimpfwort ist! ?
Und was wenn das Kind selbst merkt, dass es anders ist, dass es in dieser Welt keinen Platz findet? Ich hoffe zwar nicht, dass heutige Eltern mit einem homo- oder transsexuellen Kind noch Probleme haben, aber machen wir es ihnen mit unserer Geschlechtertrennung nicht noch schwerer als es eh schon ist?


Ich bin eine Feministin! Auch wenn ich nicht meine BHs verbrenne und mir keinen Damenbart wachsen lasse, auch wenn ich gerne Kleider trage und keine Männerhasserin bin. Ich bin gerne eine Frau, ich liebe es Mutter zu sein, aber ich lasse mich nicht in eine gesellschaftliche Rolle drängen. Ob man Hausfrau und Mutter ist, Anwältin oder Kfz-Mechanikerin, Kosmetikerin oder Physikerin spielt doch keine Rolle, solange man das Leben führt, das man sich selbst wünscht, ohne von der Familie oder der Gesellschaft dazu getrieben wurden zu sein. Wir haben heute das Recht uns selbst zu verwirklichen und das sollten wir auch unseren Kindern ermöglichen, ihren Horizont nicht einschränken und ihnen zeigen wie bunt die Welt sein kann und wie viel auf sie wartet.

"Lass dir nie einreden, dass du etwas nicht kannst, nur weil du ein Mädchen bist!" Ein Satz, den ich Martha auch mit auf den Weg geben werde, so wie meine Mutter mir. In der Hoffnung, dass sie auch erkennt, dass sie alles sein kann, ob Prinzessin, Ritterin oder Drache....




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Kommentare:

  1. Sehr gut gesprochen.
    Seh ich genauso.
    LG Anika

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  2. Jawoll!
    Das geht ja anders rum genauso. Jungs müssen aufs blaue Töpfchen gehen und mit Autos spielen, Klamotten haben entweder Tarnfarben oder Autos und Flugzeuge oder andere "Jungs"-Sachen. Totale Grütze!

    Ich kenn das auch nicht so. Meine Schwester hat auch liebend gerne früher mit meinem "Gehmbott" (GameBoy) gespielt, am liebsten das Eishockeyspiel "Blades of Steel". Bis dann immer mehr Puppen usw. geschenkt wurden und sie sich mehr und mehr damit beschäftigte ...

    Leider sind wir da in der Minderheit und der Großteil der Eltern fährt voll darauf ab. Das Kinderzimmer für ein Mädchen wird direkt mit pink und glitzer und Federpuscheln eingerichtet und für Jungs eben mit Autotapete und Rennwagenbett und Plastikwerkbank.

    Sexistischer Kackscheiß! :-)

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  3. oh man! Ich fühle mit und kann es absolut nachvollziehen!
    Schau mal, das erinnert mich HAARGENAU an einen Blogbeitrag, den ich vor einigen Zeiten geschrieben habe:
    http://bunteknete.blogspot.de/2013/06/die-freuden-des-schuhkaufs.html

    Es ist zum verrücktwerden!

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  4. ich möchte dann auch gerne drache sein ;)

    ich sehe es abolut so wie du und ich hasse es das mir in der familie desöfteres gesagt wird, das irgendwann bei elli auch die pinke phase kommen wird, denn kindergarten und schule zwingen einen ja regelrecht dazu, ansonsten ist das mobbing nicht mehr weit.
    ich finde das so furchtbar. da muss ich italien, obwohl es da ziemlich verkitscht und verrüscht zugeht, einen deutlichen pluspunkt geben. dort wird in der grundschule und im kiga ausschließlich eine uniform getragen. es ist mehr ein kittel, absolut funktional...und weist du in welchen farben für die mädchen? im kiga weiß und in der grundschule blau, zwar mir rosa akzenten und bubikragen. die jungs haben die selben farben, nur einen anderen schnitt und ohne verspielte details.

    ich weis erhlich nicht wie es bei uns sein wird. ich habe früher auch unheimlich gern mit barbies und meinem playmobilhaus gespielt. hatte aber genauso auch eine playmobil eisenbahn (aus sicht der industrie ja eher was für jungs) und ich habe für mein leben gern donald duck comics gelesen :) bin mit meiner mutter in österreich die tollsten berge hochgewandert und habe einfach sehr früh schon unheimlich viel vom leben mitbekommen.
    ich hatte trotzdem einen pinken betty boob pullover den meine mutter gehasst hat und immer tief im kleiderschrank versteckt hat :D

    ich bin absolut der meinung dass die quantität eine größere rolle spielt, gefolgt von der qualität.
    wenn elli die neueste barbie haben möchte soll sie die bekommen, aber keinen kitschramsch wie diese komischen gothik wings pseudo barbies mit dunklen lippen.
    sie soll auch pinke kleidung tragen dürfen und krönchen haben zum prinzessin spielen. den tüllrock würde ich ihr liebend gerne selber nähen :)
    sie soll alles sein was sie möchte, mit klasse...und nicht verramscht und verkitscht.

    liebe grüße

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  5. Der beste Spruch den ich als alleinerziehende von zwei Jungs erhielt: sie brauchen eine Vaterfigur sonst werden sie verweichlicht .oO
    Heute spielen sie ohne mein zutun am liebsten mit Autos und der große hat ne Leidenschaft für Bagger entdeckt ohne das ich ihn damit überdeckte. Es kam einfach. So mache ich es auch weiter. So wie sie Lust haben: einzig der Satz "indianer kennt keinen Schmerz" gibt es hier nicht. Dafür Puppen, Kuscheltiere und ein Buggy. Ach und sein Fahrrad ist rot/gelb oh weh :-)
    Schön geschrieben. Hab keine Angst vor der Pinkphase. Martha wird wissen ob sie die braucht oder nicht. Und selbst wenn schadet es nicht weil es ihre Entscheidung war und keine vorgelegte. :-)

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  6. das kann ich nur so unterschreiben!

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  7. Also wenn Du für diesen Post LeserInnen verlierst, dann ist das wirklich kein Verlust. Das hast Du wirklich treffend beschrieben. Weiter so!!!

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  8. Bevor meine Tochter längere Haare hatte, wurde sie auch immer für einen Jungen gehalten, dunkel blauer Kinderwagen, dunkel blaue Manduca und neutrale Kleidung also muss es ein Junge sein.

    Ausserdem habe ich dazu grad vollgendes abargtiges gefunden:
    http://www.ebay.de/itm/like/121181806605?lpid=106&_configDebug=ViewItemDictionary.ENABLE_PAYMENTS_IN_HLP:true&hlpht=true&ops=true&viphx=1

    Was soll denn kleinen Mädchen damit vermittelt werden? Das ist eine rhetorische Frage...

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  9. *tränchenausdenaugenwisch*
    Mich regt das alles auch tierisch auf. Wohin treiben wir unsere Töchter und Söhne?
    Ich hasse diese Rollenklisches.
    Danke für jeden deiner Sätze - ich unterschreib das dann einfach mal so.

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  10. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  11. Toller Beitrag!
    "Lass dir nie einreden, dass du etwas nicht kannst, nur weil du ein Mädchen bist!" Das ist so wahr, super!
    Zu Benno werde ich später sagen "Lass dir nie einreden, dass du etwas nicht darfst, nur weil du ein Junge bist!"
    Autos, Puppen, Piraten und Nagellack passen gut zusammen, finde ich. :)

    Liebe Grüße!

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  12. Ich sehe das genauso wie du... mein Beispiel: Flyer einer örtlichen Bäckerei im Briefkasten. Thema: 1. Geburtstag vom Kind und die dazugehörige Torte. Man konnte zwischen blau und rosa wählen. Das kotzt mich echt soooo an!

    Selbst wenn das Kindlein ein rotes Kleid trägt werde ich gefragt: "wie alt ist er denn?"... das stört mich eigentlich nicht... da stehe ich drüber. Aber das von einem erwartet wird, das eigene Mädchen in Glitzer und pink zu ertränken - das nervt mich.

    Hier wird daher ganz bewusst kein rosa, pink und lila getragen... mich nerven diese Stereotypen einfach zu sehr.

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  13. Guter Post und genau meine Meinung.
    Ich habe einen kleinen Jungen und stehe genauso kopfschüttelnd vor der immer massiver praktizierten Geschlechtertrennung: So wie Du keine rosa Prinzessinen-Dummchen-In-Mathe-nur-Deko-Welt für Dein Mädchen willst, will ich nicht, dass mein Bub sich mit 3 Jahren Monster, bluttriefende Haie oder Totenschädel auf dem Shirt anziehen soll, nur noch mit Schleimkanonen, Aliens oder Maschinengewehren in Miniaturformat spielen darf.
    Es ist übrigens auch nicht nur die Tatsache allein, dass immer früher Schubladen aufgemacht werden, in die man die Kinder pressen soll, sondern darüberhinaus ist auch die Art der jeweiligen Jungen- oder Mädchen-Schublade furchtbar.
    Ich finde es sehr schlimm, was man seit einigen Jahren beobachten kann und es ist mit zunehmendem Alter der Kinder schwieriger, sich dagegen zu stemmem - schwieriger, aber um so wichtiger!!

    Liebe mitfühlende Grüße,
    Stefanie

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  14. Hallo das hast du super geschrieben. Meine Jungs, die oft mal neutral angezogen sind und lange Haare haben werden fast immer als Mädchen identifiziert. Ich sag nix mehr dazu....aber ich weiger mich meinen Jungs nur Blau anzuziehen!lg luise

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  15. Ich danke dir für diesen Text. Vorallem dass wir alles sein können, aber eben weil wir es wollen und nicht weil wir zu gezwungen werden. Ich glaube, dieser Teil wird schnell mal übersehen. Danke! Danke! Danke!
    Unsere Kinder verhalten sich ähnlich, wenn es um Hausarbeit oder spielen geht. Sie spielen auch mit den gleichen Sachen. Also hoffe ich schon, dass wir ihnen bisher neutrale Möglichkeiten gegeben haben.
    Liebe Grüße, Pauline

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  16. Das hast du echt auf den Punkt gebracht. Ich finde auch, dass Kinder viel zu früh in irgendwelche Rollen gedrängt werden. Jedes Kind sollte das tun und mit dem spielen können, was es möchte. Außerdem kann man an einem Tag Prinzessin sein und trotzdem mit Lego und Autos spielen.
    Das Video ganz unten hat mir besonders gut gefallen, denn manchmal geht mir sogar als Erwachsene dieser rosa Wahnsinn auf den Keks. Nur weil ich eine Frau bin, sollen meine Sportschuhe nicht pink sein!
    Du spricht mir aus der Seele, mach weiter so. Dein kleines Mädchen wird ihren weg gehen.
    Liebe Grüße,
    Franzi

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  17. Oh ja! Es geht schon da los, dass meine Püppi gern für einen Jungen gehalten wird, nur weil ihre Jacke blau und ihre Schuhe grün und so wenig pink/rosa/fuchsia an ihr zu finden ist. Furchtbar ist das. Zuallererst ist man ja auch erstmal ein Mensch und keine Zugehöriger einer Geschlechtsgruppe...

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  18. Dein Post spricht mir aus der Seele. Ich habe auch ein kleines Mädchen, noch ein bisschen jünger als Martha und ich bin gespannt wie lange ich die ganzen Rollenklischees noch von ihr fernhalten kann. Dadurch dass ich sie nie komplett in rosa anziehe, wurde ich schon oft gefragt ob sie ein Junge sei, aber das ist mir mittlerweile auch egal. Ich hoffe, dass du mit deinem Post viele Menschen erreichst und manche vielleicht ein bisschen umdenken. Liebe Grüße, Antonia

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  19. erst neulich las oder hörte ich irgendwo die These, dass man diesen Satz "lass dir nie einreden" ...etc ...gerade nicht sagen soll, da man mit diesen Worten das Kind erst auf die Idee brächte, dass es tatsächlich so sein könne, obwohl es vorher nie mit dem Gedanken gespielt hat oder es von allein darauf käme.
    In meinem Kinderzimmer gab es viel Mädchengedöns und viel Rosa. Ich habe trotzdem nie eine Abneigung gegen diese Farbe entwickelt, auch wenn ich schon lange andere Farben bevorzuge.
    Ich bekam diesen oder ähnliche Sätze nicht gesagt - weniger aus pädagogischer Sicht - sondern weil es vermutlich bei meinen Eltern im Osten damals selbstverständlich war.
    Bis heute kam ich nie auf die Idee, dass es anders sein sollte, das Frauen den Männern gleichgestellt sind und ihnen alles möglich ist.
    Was ich sagen will: ich glaube nicht, dass Farben und Genderorientiertes Spielzeug dabei eine große Rolle spielen, wie befreit das Kind von solchen Dogmen aufwächst und wie frei es einst im Geiste sein wird!

    LG
    Jule

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  20. Jawoll!
    Ich stimme dir aus vollstem Herzen zu!
    (Ist es nicht gruselig, dass das alles auf dem Mist der Werbeindustrie gewachsen ist - dass die quasi allein dafür verantwortlich sind?!? Soviel Macht haben die über unsere Gesellschaft?!!!)
    Viele Grüße
    Antje

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  21. Gut gesagt. Ich plane, erstmal ein Kind zu bekommeen, und keinen Jungen oder Mädchen. Und ich hätte sogar tierischen Spaß daran, einem Jungen was rotes anzuziehen. "Wie heißt denn die Kleine?" "KURT:" :D

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  22. da sprichst du ware worte, ich finde es echt peinlich wie viele dieses geschlechts trennen haben und meinen Frauen müssen nur gut aussehen und dürfen dies und jenes nicht...
    Ich selber fad Pink mein ganzes leben lang einfach nur doof und auch mein kind darf sich irgentwann seine lieblingsfarne aussuchen egal ob es nun Blau, Pink oder sonst was für eine ist.

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  23. Was ist deine Beschreibung für eine Feministin? "Auch wenn ich nicht meine Bhs verbrenne und kein Damenbart wachsen lasse, auch wenn ich gerne Kleider trage und keine Männerhasserin bin." Hört sich an wie die klischeehafteste Vorstellung von Feminismus, die es gibt...ich denke, heutzutage und vor allem in Deutschland genießen Frauen eine gute Stellung in der Gesellschaft (natürlich immer noch nicht ideal!!) Auch als Frau habe ich noch nie die Situation erlebt, in der ich als unfähig angesehen wurde, nur wegen meines Geschlechtes. Es liegt an der Erziehung und nicht an den Spielzeugen, Kleidung usw.Ich hoffe, wenn eines Tages Martha mit einem pinken Prinzessinkleid rumlaufen möchte, dass du ihr das auch erlaubst, denn beides sollte erlaubt sein und man sollte als Eltern keine Angst vor der Pinkenphase haben, ich denke es wird später genug Situationen geben, die einem wirklich Sorgen bereiten werden...
    Viel Glück noch.
    Liebe Grüße

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    1. Ich glaube du hast da etwas falsch verstanden. Ich habe das mit der Feministin betont, weil viele leider dieses Klischeedenken noch im Kopf haben und Feministin für sie ein Schimpfwort ist, ich wollte damit sagen, dass man auch also "normale Frau" eine Feministin sein kann. Und natürlich erlaube ich das Martha auch, wie ich im letzten Satz geschrieben habe, sie kann alles sein, ob Prinzessin, Ritterin oder Drache.
      Natürlich liegt es auch maßgeblich an der Erziehung, aber die Tatsache das die Spielzeugindustrie unsere Kinder in Schubladen drängt ist trotzdem nicht von der Hand zu weisen und gerade bei Kindern bei denen Eltern vielleicht nicht so sehr darauf achten, kann es ausufern. Aber jeder darf natürlich seine eigene Meinung haben.

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  24. Genauso ist es. Und passend dazu spielt mein Mädchen jetzt, als einziges Mädchen in der Bambini Fußballmannschaft und ist stolz bis über beide Ohren!!!!

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  25. Danke, Danke, Danke! <3
    Wie oft ich mir anhören darf, warum ich der Krümeline rot anzieh statt rosa & pink... es nervt.

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  26. hallo, mein sohnemann bestand als er 2 war immer auf ein kleid wenn er mit seiner Grossen Schwester Mutter/Mutter/Kind spielte ..... ein puppenwagen incl. ...... Autos/lego und Co waren und sind genauso der Renner ......LG dana

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  27. Ja! So ist es!
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht sooo einfach ist, wirkliche (schöne) Unisex-Kleidung, außer Basics, für die Kinder zu bekommen...muss mans eben selbst nähen :-)
    Mein Sohn (4) geht übrigens ins Ballett und liebt lila/pinke Schuhe...ich habe schon etwas Angst davor, wann er die ersten blöden Sprüche hört...Liebe Grüße!

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  28. Ich gebe dir zu 200% Recht!!!
    Als Kind hab ich mit Lego und Puppen gespielt, mit Autos und Barbies und war Reiten und Eishockey spielen. Trotzdem bin ich eine Frau und Mutter!!
    Meine Tochter wird auch blau angezogen. Überhaupt hab ich genau eine rosa Hose für sie. Ihr ist das total egal, was sie vollsabbert... :)
    Wir beschränken uns doch selbst, mit diesem Männlich und Weiblich Denken. Es gibt mehr als zwei Geschlechter! In der Medizin und in der Wissenschaft schon lange bewiesen und im Alltag totgeschwiegen. Traurig. Aber immerhin muss man in Deutschland bei der Geburt eines Kindes nicht mehr zwischen männlich und weiblich wählen. Vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung...
    alles liebe

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  29. Ich gebe dir zu 200% Recht!!!
    Als Kind hab ich mit Lego und Puppen gespielt, mit Autos und Barbies und war Reiten und Eishockey spielen. Trotzdem bin ich eine Frau und Mutter!!
    Meine Tochter wird auch blau angezogen. Überhaupt hab ich genau eine rosa Hose für sie. Ihr ist das total egal, was sie vollsabbert... :)
    Wir beschränken uns doch selbst, mit diesem Männlich und Weiblich Denken. Es gibt mehr als zwei Geschlechter! In der Medizin und in der Wissenschaft schon lange bewiesen und im Alltag totgeschwiegen. Traurig. Aber immerhin muss man in Deutschland bei der Geburt eines Kindes nicht mehr zwischen männlich und weiblich wählen. Vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung...
    alles liebe

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  30. Hallo,

    ja das ist ein interessantes Thema, worüber man sich den Mund fusselig reden kann. Wichtiger als Spielzeug und Kleidung, ist die Einstellung, die man an einem Kind mitgibt. Ich war nie ein typisches Mädchen, habe mein erstes pinkes Kleidungsstück erst mit 20 gekauft, habe aber genauso gern mit Lego Bionic, wie mit Barbies gespielt. Meine Eltern habe mir das gekauft, was mir gefallen hat (und ihnen wahrscheinlich auch ;)), weniger was für mein Geschlecht typisch war. Kleider und Röcke mochte ich als Kind nicht tragen, weil man darin nicht toben konnte. Meine Eltern habe immer zu mir gesagt, du kannst werden was du willst, du musst dich nur anstrengen. Sie haben nie etwas auf mein Geschlecht bezogen. Ich habe meinem Papa bei der Reparatur unseres Autos geholfen und meiner Mama beim Abwasch. Meine Eltern schmeißen den Haushalt gemeinsam, mein Papa kann sogar besser backen und kochen als meine Mutter. :) Es war für mich völlig normal so zu sein, wie ich war. Nie hatte ich das Gefühl, ausgegrenzt zu werden, weil ich ein Mädchen war, wahrscheinlich, da ich mich nie als defizitär wahrgenommen habe. Ich habe mich auch in der Schule nicht an den Mädchen gemessen, sondern an den Klassenbesten. Der Satz: "Du bist das besste/schnellste Mädchen", hatte für mich keinen Wert, weil ich DIE Beste sein wollte, von allen, nicht nur von den Mädchen. Heute mag ich pink, Hello Kitty und sehe aus wie Buisness Barbie. Schadet es mir? Nein nicht wirklich. Häufig werde ich schief angeguckt, aber spätestens, wenn ich den Mund aufmache und mit Kompetenz, Leistung, Ehrgeiz überzeugen kann, gibt es keinen Zweifel mehr an mir. Auch in einem pinken Kostüm kann man stark, fleißig, selbstbewusst, erfolgreich, ehrgeizig, wettbewerbsorientiert und kompetent sein. Alles typisch "männliche" Tugenden, die mir meine Eltern beigebracht habe und ich schockiert war, als ich zum ersten Mal im Studium erfahren habe, dass die meisten Mädels meinen, sie hätten keine davon.
    Also anstatt gegen pink zu ätzen, sollte man sich fragen, wofor man tatsächlich Angst hat. Als keine vollwertige Person angesehen zu werden? Sich nicht gegen die geballte "Männlichkeit" im Job wehren zu können? Angst, als männlich und rücksichtslos zu gelten?
    Pink ist nur eine Farbe, keine Diagnose und kein Lebensgefühl.

    Liebe Grüße,

    Holly

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  31. Kann das was du da schreibst nicht nachvollziehen. Viel wichtiger faende ich es , dass die Frau dem Mann gleichgestellt ist. Das sollte sich auch im Gehalt niederschlagen.
    Ich empfinde es nicht so dass es typisch weiblich typisch maennlich gibt und ich hatte auch nie das Gefuehl in die weibliche Rolle reingedraengt zu werden. Das die Ballonverkaeuferin verstoert war kann ich nachvollziehen Das was du da Merkwuerdiges reininterpretiert hast das hat sie nicht gemeint.
    Schoen das dein Mann ein paar Monate zu Hause war.

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