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{Mittwochsgast} Man muss wahnsinnig sein...

 – Ja, wahnsinnig glücklich!
Vor ein paar Tagen wurde bei einer Müttergruppe bei Facebook der obige Artikel gepostet, der mich zu meinem ersten Beitrag hier im Blog inspiriert hat.
In dem Artikel geht es kurz gesagt, um die „Angst“ vor der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder anders gesagt vor der „großen Erschöpfung“ (Zitat Spiegel).
Da mich  die Situation als  gerade wieder in den Beruf zurück gekehrte Mama akut betrifft, habe ich den Artikel mit großem Interesse gelesen und musste an mancher Stelle fassungslos den Kopf schütteln und an anderer Stelle grinsend nicken.

Zugegebenermaßen wusste ich „schon immer“, dass ich eine Familie haben wollte und es war „schon immer“ so, dass mir dieses Vorhaben über alles ging. Anders ausgedrückt, ich war nie versessen darauf, „Kariere“ zu machen und habe sogar meinen Beruf unter anderem deshalb gewählt, weil er mit dem Wunsch nach Familie doch relativ leicht zu vereinbaren schien.
Eine Passage, die mich fassungslos den Kopf schütteln lies ist der Punkt, in dem die Autorin Stefanie Lohaus mit den Worten „Kinder machen schlicht unglücklich“ zitiert wird. Außerdem habe sich nicht viel geändert, Mütter stehen angeblich nach wie vor mehr am Herd als die Väter.
Dazu meine kopfschüttelnde Antwort:
Irgendwas läuft bei dieser Frau falsch! Wie kann man so etwas sagen???

Wenn es Eines gibt, was mich seit der Geburt von meiner Minimaus überaus beeindruckt und absolut überwältigt hat, ist es, wie viel GLÜCK ein Kind in einem auslösen kann! Daher meine Antwort: „Kinder machen schlicht GLÜCKLICH“… egal wie schlimm oder stressig eine Zeit  oder wie dunkel eine Stunde in meinem Leben ist. -Ich habe ein Grund-Glück in mir… und das ist das Glück Mama von meiner ganz bezaubernden kleinen Hexe zu sein ;).

Und ganz ehrlich: Bei UNS zu Hause steht mein Mann mindestens genau so viel am Herd, wie ich und kochen kann er sicher sogar besser…Ohnehin haben wir alle anfallenden Aufgaben gerecht verteilt….

Eine Passage, die mich wiederum grinsend nicken lässt, ist, dass sich laut des Artikels die Männer für das „Geld“ verdienen zuständig fühlen und immer das Gefühl haben, es sei nicht genug. Das wiederum kennen wir von unseren abendlichen Gesprächen aus meiner Elternzeit ebenfalls. Und doch sage ich auch hier: Nicht umsonst gibt es das Elterngeld! Eine Frau, die vor der Babypause gut verdient hat, wird zwar in ihrer Elternzeit schlechter dastehen, aber nicht dem finanziellen Ruin entgegenblicken. Im Gegenteil: Wer mit seinem Geld haushaltet, kann sich sogar während der Elternzeit ein Eigenheim bauen- alles machbar… bei uns hat‘s geklappt J.

Laut Artikel gäbe es in Deutschland  das Männerbild, bei dem Väter „funktionieren“ müssen: Das Geld ranschaffen, möglichst auf der Karriereleiter aufsteigen und dennoch mit 2 Monaten Elternzeit als Väter zu Hause glänzen.
Soso, denke ich mir….:
Mein Mann ging arbeiten, weil wir uns einig waren, dass die Minimaus  in den ersten 12 Monaten ihres kurzen Lebens die Mama braucht. Und mein Mann nahm Elternzeit, weil er es sich gewünscht hat, diese wahnsinnig intensive Zeit des Lebensmonats 13 und 14 ungestört mit seiner Tochter verbringen zu können…. Eine Zeit, die laut seiner Aussage „nie wieder kommen wird“.  Er nahm seine Elternzeit NICHT; weil ICH oder gar das gängige Männerbild, das so von ihm erwartet hätten… was für ein Quatsch….
Den Gedankengang „Das Dasein ist jetzt schon so anstrengend, wie soll das dann noch mit einem Kind gehen, wie soll ich das schaffen“ kann und konnte ich nie teilen… das Leben hat mir gezeigt, dass es immer irgendwie geht und das man an seiner Lebenssituation wachsen kann und muss!

Genau so ist es: Niemand weiß vorher, wie es ist Mama zu sein, welche Aufgaben und Opfer es nach sich zieht. Auch für mich, was dies eine große Wundertüte, die zugegebenermaßen nicht  nur positive Überraschungen bereit hielt.  Und trotzdem bin ich von meiner Umwelt noch nicht als Zombie bezeichnet worden und fühle mich auch an 99 % aller Tage nicht wie einer…. Und wenn doch, dann als sehr glücklicher Zombie J

Perfektion? Die hab ich nie gesucht und doch gefunden… ich muss nur meine Tochter anschauen… Was ist da schon ein verschobener Zeitplan oder ein schmutziger Fußboden….?

Kommentare:

  1. Danke für diesen Artikel! Kann dir absolut zustimmen! Bei uns war der Papa sogar 6 Monate zuhause...gewollt! Und wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit, in der wir weder finanzielle Not litten (obwohl ich Student bin), noch gesellschaftlich ausgegrenzt wurden.
    Dieses aktuelle Gerede wie schlimm Familie und Kinder seien, macht einen manchmal rasend. Schön zu hören, aber dass es auch Andersdenkende gibt!

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  2. Einen Punkt sehe ich etwas anders: Ich glaube schon, dass viele Frauen an den Herd zurückkehren. Aber nicht, weil sie müssen, sondern weil sie es wollen.

    Wenn es sich eine Familie leisten kann, will man doch als Mutter zumindest im 1. Lebensjahr Zuhause sein, oder? Das man dann die anfallenden Arbeiten wie kochen, putzen usw. übernimmt, während der andere Elternteil voll arbeiten geht, ist doch nur fair. Ich empfinde das nicht als Rückschritt.

    Problem ist natürlich, dass es in unserer Gesellschaft nicht anerkannt wird, "nur" Hausfrei sein zu wollen und das "Heimchen am Herd" sehr negativ belastet ist. Dabei ist das ein Fulltime-Job wie jeder andere auch.

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  3. Ich frage mich immer, was so "falsch" daran sein soll, seine eigenen Kinder groß zu ziehen? Was ist so falsch an der "klassischen" Rollenverteilung? Warum darf ich nicht ungestört einfach meine Kinder die ersten 6 Jahre selbst betreuen, bis es in die Schule geht?
    Die Jahre sind so kostbar. Arbeiten kann ich später immer noch ( vielleicht). Die ersten Kinderjahre, kann ich nicht wiederholen, was verpasst ist, ist vorbei. Es wird so oft damit Argumentiert, das Frauen ja für "sich" ( und für die Wirtschaft) arbeiten gehen sollen/wollen. Frauen sind nicht "produktiv", es wird ihnen suggeriert, wenn du nicht schnell wieder an deinem Arbeitsplatz bist, ist es für dich vorbei. Statt, du ziehst Kinder groß, du trägst einen großen Beitrag dazu bei die Gesellschaft von morgen zu bilden. Die Arbeit der Eltern die da sind für ihre Kinder, leisten enormes. Die maßgebliche Entwicklung unserer Gesellschaft und unseres Landes hängt davon ab, wie wir unsere eigenen Kinder behandeln und betreuen.

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    1. Sicher sollte das jeder am Ende selbst entscheiden. Jedoch finde ich es überdenkenswert, auch die soziale Seite von "Linder bis zur Grundschule zu Hause zu behalten" zu sehen. Kinder brauchen andere Kinder, um gewisse Fähigkeiten zu erlernen. Wenn Geschwisterkinder vorhanden sind, mag es auch git so gehen, aber wieviele Kaiserkinder werden bis zum Schilalter allein groß? Und was macht das sorgende Elternteil, wenn es wirklich mal krank ist oder einfach mal Durchatmen muss. Ich finde, , auchin solchen Momenten wird die Rolle als Mutter und Hausfrau eonfach zu klein geredet.

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    2. Kinder brauchen andere Kinder. Ja und sie meinen, das Kinder die nicht in Kitas gehen, keine zu sehen bekommen? Spielplätze/Tierpark/Turngruppen ect zählen da nicht?

      Und was soziales Lernen sie eigentlich in der Kita? In so jungen Jahren? Haben sie sich mal daneben gesetzt und geschaut?

      Das soziale Gefüge was sie dort vermeintlich lernen, nehmen die Kinder selbstverständlich mit, wenn sie in einer Familie groß werden. Als in einer künstlich zusammengestellten Gruppe. Die ganzen Konflikte, Verlustängste, Streitigkeiten werden kaum von den Eltern mit bekommen oder auch ein Stück weit ausgeblendet, es nutzt ja nichts, sie müssen eben arbeiten.


      Die Sozialkompetenzen werden immer irgendwie angeführt, allerdings genauere Ausführungen, welche das eigentlich sein sollen die man speziell nur in einer Kita lernen kann, das weiß ich bis heute nicht.


      Ich bin nicht generell gegen eine Kita, so lange man nicht vergisst, warum sie eigentlich eingeführt wurden. Nicht weil es etwa so toll ist für die Kinder, nein ihr einziger Entstehungsgrund waren berufstätige Eltern. Und so sind sie auch strukturiert um in erster Linie die Bedürfnisse der Eltern zu befriedigen und nicht der Kinder.

      Kinder wollen bei ihren Bezugspersonen bleiben, in der Regel sind das die Eltern, aber sehr früh nötigt man sie eben auch andere Bezugspersonen zu akzeptieren ( Erzieherinnen ) um wieder arbeiten zu können.

      Kein Kind würde sich Freiwillig mit 1-4 Jahren für eine 45h Trennung (in der Woche ) von seinen Eltern wünschen. Auch nicht um "zweifelhafte" Sozialkompetenzen zu erlernen, die auch Mutter/Vater ggf auch Geschwister ihnen beibringen würde.

      In der Regel gehen Kinder nicht einfach so in eine Kita, sondern sie brauchen eine Eingewöhnung, manche eine sehr lange Eingewöhnung. Den Eltern wird auch erzählt ihr Kind hätte quasi sofort aufgehört zu weinen, wenn Mama aus der Tür ist. Was eigentlich nur zu Beruhigung der Eltern dient. Es gibt genügend Kinder die 3 Stunden weinen, Tage und manchmal Wochenlang. Bis sie gelernt haben mit ihren Verlust um zu gehen. War das dass Lernziel?

      Aber was sollen die Erzieherinnen sagen? Nein es war furchtbar, kündigen sie bitte ihren Job?

      Wie schon gesagt, wer arbeiten muss, muss arbeiten, aber machen sie bitte niemanden den Familienverband madig, denn genau da gehören Kinder hin in ihre Familien.

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    3. Was ist mit Teilen? Rücksicht? Nicht im Mittelpunkt stehen? Geduld und auch mal abwarten? Ich glaube nicht, dass das ein Durchschnittskind (in Dtl. ohne Geschwister) mal eben von zu Hause oder dem ein oder anderen Spielgruppentreffen wirklich lernen kann. Auch die Anegung, wie andere Kinder spielen oder wie miteinander gespielt wird.
      Das sind Dinge, die ich zumindest meinem ersten Kind nicht allein zu Hause zeigen kann.
      Und was andere Bezugspersonen angeht: Großeltern haben meines Erachtens eine ganz andere Vorstellung als die Eltern von heute (wie man oft genug in Foren und Zeitungsartikeln lesen kann) und trotzdem nehmen viele diese Fremdbetreuung gerne hin. Warum? Es sind fremde Menschen mit anderen Vorstellungen. Da haben Kindergärtnerinnen zumindest einen pädagogischen Ansatz.
      Außerdem, was ist mit der Zufriedenheit der Eltern? Selbstbestätigung?... Viele machen ihren Job schließlich gern.
      Wir gehen gerade einen anderen Weg, aber ich denke, dass jede Form durchaus seine Berechtigung hat und dieses Vorwerfen, was nun wirklich richtig ist die Situation nicht verbessert!

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  4. Ich danke dir auch für den Artikel! Mich nervt diese ganze Debatte auch total an. Meist hab ich das Gefühl, es sind Luxusproblemchen von Eltern, die einfach beides wollen: 100% Karriere machen und 100% Eltern sein. Wer aber auch nur ein bisschen seinen gesunden Menschenverstand benutzt merkt, dass das nicht funktionieren kann. Entweder kann ich mich selbst verwirklichen und täglich 24 Stunden für meinen Chef erreichbar sein oder ich stecke im Job ein wenig zurück, lasse den Chef einfach mal Chef sein und kümmere mich um meine Kinder. Wenn ich sowas lese wie "Ich fühle mich irgendwie immer so schuldig, wenn ich am Wochenende ständig wichtige E-Mails beantworten muss" kann ich mir nur denken: selbst Schuld!

    Natürlich gibt es auch Eltern, die bei Weitem nicht so lange bei ihren Kindern zu Hause sein können, weil es finanziell einfach nicht geht....Das ist traurig. Aber über diese liest man ja kaum. Eher von den Manager-Mamas und Journalistenpapas, die sich überfordert fühlen.

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  5. Ich muss dann gleich den Ursprungsartikel lesen... Aber was ich ganz wirklich nicht verstehen werde: Warum wird es in drr Gesellschaft als selbstverständlich gesehen, dass die Mutter Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringt (auch als Berufstätige) oder verbringen möchte wohingegen selbiges beim Vater als Doppelbelastung empfunden wird. Egal ob jetzt wwie in deinem Fall in der Elternzeit oder eben dann im Alltag... Es sind ja genauso beider Eltern Kinder.

    Danke für deinen Beitrag.
    Pauline

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  6. Ich muss sagen, ich finde die Debatte eigentlich höchst interessant. ..

    Nur ist es für mich einfach ein Ding der UNMÖGLICHKEIT, wenn man Sätze wie "Kinder machen schlichtweg unglücklich" in die Welt hinaus posaunt.

    Ansonsten bin ich da ganz bei Euch!
    Jeder soll von mir aus sechs Jahre zu Hause bleiben oder aber 8 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten, so, wie es eben im individuellen Fall am Besten ist, aber NIEMAND sollte aufgrund dieser Entscheidung denken, dass es die KINDER sind, die ihn dann unglücklich machen.

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  7. ja! Ja! Ja!

    (Ob die Dame wohl vor Schreck umfallen würde, wenn ich ihr sagen würde das ich -wäre es finanziell bei uns möglich- liebend gerne und ohne mit der Wimper zu zucken GERNE "nur" Hausfrau und Mutter sei? Vermutlich!)

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  8. Liebe Meike,

    ich habe mich schon sehr auf deinen ersten Beitrag hier gefreut. :-)
    Meine Vorkommentatorinnen haben eigentlich schon alles gesagt... Ich kann dazu nur sagen, ich freue mich schon rießig darauf mich wieder 12 Monate nur meinem Mama-Dasein und dem Haushalt widmen zu dürfen. ;-)
    Und bei uns steht der Mann öfter am Herd... einfach weil ers besser kann.

    Liebe Grüße!
    Stefanie

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  9. Übrigens behauptet die Autorin ja, dass die Frauen TROTZ ihrer Berufstätigkeit, diejenigen sind, die am Herd stehen, dass man sich dass während der Elternzeit so wünscht oder gar immer findet (leider) bei ihr keine Erwähnung.

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    1. Ja, deswegen hab ich ja die Fragen gestellt. Es wird oft so getan als wenn, es total normal ist zwar 1 Jahr ( was ist das schon??? ein Wimpernschlag im Leben seines Kindes) zu Hause zu sein aber dann, doch bitte schön wieder arbeiten zu gehen. Und der liebe Herd, ja auf dem kocht man essen, für gewöhnlich isst jeder Mensch mehrmals täglich, ich kann am Herd nichts schlimmes erkennen. Klar brauchen Kinder anderen Kinder ( jeden Alters und nicht nur gleichen Alters) . Ein Kind was zu Hause getreut wird, lebt in der Regel nicht eingesperrt im Keller und hat ganz normalen Umgang mit anderen Menschen und anderen Kindern. Nur eben keinen erzwungenen mit 15 anderen gleich alten Kindern und das über 4-8,5 Stunden am Tag.

      Bei einigen Eltern ( zB Schicht und Wochenenddienst) sollte man sich wirklich fragen, wann ein gemeinsames Familienleben tatsächlich noch statt findet.Wenn die Kinder 45 h die Woche ( plus Abhol und Bringzeiten, je nach Entfernung können das auch noch mal 10 h sein) und teilweise die Wochenende ja auch noch Fremdbetreut werden.

      Was bleibt da an effektiver Familienzeit, außer vielleicht dem Essen ( da wären wir wieder beim Herd) und der gute Nachtgeschichte ?

      Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Ob diese Menschen sich Familie so vorgestellt haben? Ob die Kinder glauben das Familie so sein muss? Ob Kinder dann wirklich eine feste Familien/Elternbindung entwickeln können?

      Ich habe da so meine Zweifel.

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  10. Der Artikel ist ja furchtbar o_O Aber so, wie sie an das Thema heran geht, wundert es mich nicht. Wenn ich mir vorher so den Kopf zerbrochen hätte, was alles schlimmes passieren kann, hätte ich auch mein Studium nicht begonnen. Was dieser Dame wohl kein Stück bewusst ist, ist die Tatsache, dass man an seinen Aufgaben wächst. Ich würde gerne wissen, ob sie ihrer Arbeit mit einer genauso negativen "ich kann gar nichts schaffen"-Einstellung gegenüber steht.

    Ihr Familienbild kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen. Aber bei uns sieht die Situation sowieso anders aus: Der Mann ist selbstständig, ich studiere noch. Mir stehen 2 Urlaubssemster zu und der Mann wird (zumindest die ersten Monate) in Elternzeit gehen. Ich weiß, dass das so nicht überall möglich ist, aber ich denke auch, dass sich für jede Situation eine Lösung finden lässt. Mein Freund ist definitiv kein Hausmann, eher der Typ Matcho. Schrankformat, ein Raubein und einen Putzlappen hab ich noch nie in seiner Hand gesehen. Doch, Überraschung, dieser Mann bleibt plötzlich abends lieber zu Hause, kuschelt und redet mit meinem Bauch, kümmert sich trotz Berufstätigkeit ums Abendessen und macht ohne Murren die Küche allein sauber, wenn es mir nicht gut geht oder mein Tag schon anstrengend genug war.

    Frau muss Männer auch Väter sein lassen und sie nicht von vornherein in die "wir haben gar kein Interesse an diesem Kinderquatsch"-Ecke abdrängen. Aber vielleicht bin ich da von meinem Freundeskreis her auch verwöhnt. Denn dort gibt es dieses Familienbild, wie es im Artikel dargestellt wird, überhaupt nicht. Jede Familie findet auf ihre art die Lösung, die für sie passt. Ob das nun in anderen Augen die optimale Situation ist, ist ja völlig wurscht.

    Ich muss auch zugeben, dass es mir überhaupt nichts ausmachen würde, nur noch Mama und Hausfrau zu sein. Aber sowas darf man ja heutzutage gar nicht laut sagen, sonst heißt es, man wurde einer Gehirnwäsche unterzogen, sei altbacken oder wahnsinnig *sfz* dabei halte ich es immer noch für das beste, wenn Kinder in der Familie aufwachsen / betreut werden, statt mit wenigen Monaten schon in fremde Hände gegeben zu werden. Bei dieser Vorstellung dreht sich mir der Magen um. Ich schließe mich "ich" an. Was ist denn daran noch Familie, wenn beide Eltern ganztags arbeiten und die Kinder von Kitas und Nannys erzogen werden? Der Alice-Schwarzer-Feminismus suggeriert uns Frauen, dass wir nur dann selbstbestimmt sind, wenn wir Karriere machen. Ich war noch nie ein Karrierehai und werde es nie sein. Ich verzichte gern auf den Sportwagen und tausche ihn gegen das kleine Mädchen ein, das in meinem Bauch gerade Turnstunde spielt. Und es macht mich glücklich, wahnsinnig glücklich sogar und ich behaupte, viel glücklicher als es irgendein Job je schaffen könnte. Aber dafür muss man sich auch erstmal klar machen, dass Geld zwar wichtig ist, aber eben nicht (wirklich) glücklich macht. Aber so lange die Autorin das nicht verstanden hat, ist es vielleicht besser, sie lässt das mit dem Kinderkriegen sein!

    Liebe Grüße

    Nadja

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  11. Nadja!
    Sehr schön geschrieben. Die perfekte Ergänzung zum Artikel.
    Wenngleich ich sagen muss, dass es MICH glücklich macht, nun nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen. Ich war ein Jahr sehr gern zu Hause und Mir wäre jetzt zu Hause langsam die Decke auf den Kopf gefallen ABER. ..ich mache zum einen keine volle Stundenzahl und zum anderen habe ich ja glücklicherweise einen Job, der er mir erlaubt möglichst viel zu Hause zu arbeiten, wenn die Minimaus schläft.
    Nicht umsonst heißt es in meiner Vorstellung, dass ich hauptberuflich Mama und "nebenberuflich" Lehrerin bin :).
    Leider habt ihr Recht und bei vielen berufstätigen Mamas sind die Kinder von morgens früh bis nachmittags spät fremdbetreut. Und das Familienleben, wie es in der Ideal-Vorstellung von Mamas existiert, die gern sogar ganz zu Hause blieben, kommt da definitiv zu kurz. Dennoch lieben diese Mamas ihre Kinder nicht weniger und die Liebe und Geborgenheit, die dann in der (kurzen) gemeinsamen Zeit vermittelt wird, wird das sein, was das "Familiengefühl" für das Kind ausmachen wird. Das dürfen wir nicht vergessen.

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