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Mahlzeit


Weil in den letzten Wochen oft in den Kommentaren zu den Babyglück-Posts Fragen zu unserer Beikost gestellt wurden, erzähle ich euch heute einmal wie das bei uns lief.
Als Martha so 3 Monate alt wurde begann ich mich mit dem Thema Beikost zu beschäftigen. Las Bücher und Blogartikel über Brei und Baby led weaning, tauschte mich mit anderen Müttern aus und besuchte einen kleinen Breikurs.
Je mehr ich über den "Breifahrplan" las, umso dümmer fand ich ihn. Jede Woche nur ein Gemüse? Unbedingt Fleisch? Jeden Monat eine Mahlzeit ersetzen? Abstillen?
Ich konnte damit absolut nichts anfangen und schwor mir, das Martha keinen Brei bekommt.
Dann also Blw, damit fingen wir dann auch an. Martha machte es Spaß, aber ich wurde nicht warm damit, irgendwie fühlte ich mich nicht wohl.
Also doch Brei. Selbstgemacht bis auf den Obstbrei. Aber auch das wollte nicht richtig klappen. Ich tat mich schwer damit den richtigen Zeitpunkt abzupassen, an dem sie zwar hungrig ist, aber auch nicht zu hungrig, und blos nicht müde, denn dann ging eh nichts. Außer dem fiel mir die Umgewöhnung total schwer, stillen ging so einfach und schnell, jetzt musste immer gekocht werden und gespült, das Essen musste die richtige Temperatur und Konsistenz haben und und und. Dazu kam dann eine Phase in der egal was man Martha anbot, alles doof war.
So langsam wurde ich unruhig und setzte mich immer mehr unter Druck, der blöde Spruch meines Kinderarztes "So langsam müssen sie aber mal eine Mahlzeit ersetzt haben" machte das ganze auch nicht besser. So stillte ich weiter in Marthas 2-Stunden-Rhythmus und bot immer mal wieder was an. Die Hebamme beruhigte mich dann und bestärkte mich nochmals darin, dass es gar nicht schlimm ist länger zu stillen, Martha würde irgendwann schon zeigen wenn sie mehr will.
Vor einer Woche ungefähr machte es dann klick, und von einem auf den anderen Tag mümmelte sie vergnügt drei Mal Brei am Tag, so viel, dass ich danach nicht mehr stillen musste. Seitdem sieht unser Speiseplan so aus:
- Morgens nach dem aufwachen wird erstmal gestillt
- Nach dem ersten Schläfchen so um 9 Uhr rum gibts Milchbrei mit Obstmuß (Grießflocken und normale Milch, Obst wechselt jedes Mal wenn das Glas wieder leer ist)
- zwischendurch so um 11 wird gestillt und wenn wir ein spätes Frühstück essen, gibts für Martha Brot mit "Obstmuß-Marmelade"
- Mittags isst sie bei uns mit, sprich kein wirklicher Brei, aber auch kein Fingerfood. Wir kochen für uns ganz normal nur ohne Salz, dann bekommt Martha eine Portion davon je nach Konsistenz zerdrückt (Kartoffeln, Fisch, Gemüse etc.) oder einmal kurz mit dem Stabpürierer zerhäxelt (zum Beispiel Spaghetti, die lassen sich anders schlecht kleiner machen)
- Zwischendurch wird dann wieder gestillt bzw. es gibt etwas Brot oder zerkleinertes Obst zum selbstessen
- Abends dann gegen 17 Uhr nochmal Brei, der Klassische GOB, Grießbrei mit Obstmuß
und wenn es um 18 Uhr ins Bett geht wird wieder ausgiebig gestillt und die ganze Nacht über so oft sie möchte.

Mengenmäßig isst Martha so um die 100g pro Mahlzeit, das ist zwar nicht viel, aber es reicht ihr und das ist ja die Hauptsache. Ich bin richtig glücklich damit wie es jetzt läuft. Vorallem weil man jetzt auch mal eine Stillmahlzeit überbrücken kann, zum Beispiel wenn ich in der Uni bin. Ich bin froh, dass wir unser Ding durchgezogen haben und uns nicht von irgendwelchen Ratgebern haben reinreden lassen.

Kommentare:

  1. genauso habe ich es auch vor. gut, dass am ende das eigene bauchgefühl immer wieder das richtige ist.
    herzlichst eure neue leserin
    susi

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  2. Hört sich doch gut an. Und das Foto ist wirklich zuckersüß. Essen mit allen Sinnen. So, wie es sein soll. Nicht nur zum satt werden, sondern auch zum genießen. Schön. Ihr macht das schon richtig!

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  3. Wuah noch ein BLW Kind :) Till ist auch eins und es hat von anfang an prima geklappt. Mal aß er mehr, mal tagelang garnichs, dann gabs eben nur Mumi. So lange man sich da keinen Streß macht, entwickeln sich die Mäuse prächtig UND sie werden nicht so mäckelig, wie die meisten Breikinder. Wir begannen mit 6 1/2 Monaten und nun wird er nächsten Monat 2 und isst wien Scheunendrescher, probiert alles, hat seine Lieblingsspeisen, klar, ABER diese sind vor allem herzhaft :) Er isst Tofu, genauso wie Fleisch, Suppen wie auch Gemüsepfannen etc...es ist einfach nur schön, dass alles so unkompliziert ist. Erst hatte ich zweifel, da es mikroskopisch kleine Mengen waren, die er wirklich hinterschluckte...aber er hat sich trotzdem entwickelt, ist trotzdem gewachsen und hat nie abgenommen ;)
    Wenn du Fragen hast, nur her damit :D

    Liebe Grüße

    Dori

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  4. schön das es bei euch so gut klappt. bei uns läuft es ja auch so seit letztem monat erst so richtig gut, das deckt sich in etwa mit den zeiten von martha glaube ich.

    rückblickend würde ich beikost erst ab dem 6-7 monat starten, vorher macht es einfach keinen sinn mMn. ich hab in ellis 4. monat gedacht ihre signale deuten zu können, aber dem war nicht so und ich auch ganz oft frustriert deswegenw eil beikost, ob blw oder brei, einfach nie so funktioniert hat.
    ich würde es bei einem zweiten kind auf jeden fall anders machen.

    elli isst inzwischen so toll mit, ich geb ihr einfach alles und sie verschlingt es.
    letztens gabs lauchquiche, die hat sie auch verputzt. hast du schon mal ein baby lauch essen sehen? ich nicht :D
    klar achte ich auch auf gewürze usw, ansonsten habe ich so ein großes vertrauen in elli und ihren essfähigkeiten, sie kaut schon so toll und es macht einfach spaß ihr zuzusehen.
    solche kinder werden später auch gute esser und sind nicht pingelig in ihrer wahl was nahrung anbelangt.

    wir machen also alles genau richtig ;)
    liebe grüße

    ps: ich hatte dir eine mail geschrieben.

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