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Ich wachse


Wenn man nach Büchern über Babys erstes Jahr sucht, kommt man an einem kaum vorbei: Oje, ich wachse.
Zu Ende der Schwangerschaft hatte ich es mir gekauft und sofort in "Vorfreude" gelesen. Ich fand es toll zu erfahren wie sich nach und nach immer mehr die Welt für die Kinder erschließt, hatte aber auch etwas Angst, ob es wirklich so schlimm wird wie beschrieben.
Dann war Martha da und schon ging es los mit den Schüben...5 Wochen, 8 Wochen, 12 Wochen, 19 Wochen.....wo ich zu Beginn noch recht gut differenzieren konnte, hatte ich irgendwann das Gefühl das Martha in einem Dauerschub steckt.
Gerade so mit 4 Monaten rum hatten wir eine super anstrengende Zeit und ich las viel in dem Buch nach, aber irgendwann deprimierte es mich nur noch. Der letzte Schub war noch nicht geschafft, da stand der nächste schon vor der Tür. Dazu waren die Dinge, die mein Kind angeblich in dem Schub gelernt hat so weit vorgegriffen, dass es erst recht verunsicherte. Außerdem nervte es mich irgendwann, den Schub als "Ausrede" zu benutzen, wenn einem sonst nichts mehr einfiel was das Kind haben könnte.
Irgendwann, ich glaube so um Woche 26 stellte ich es in den Schrank und dort blieb es. Ich wollte und will nicht mehr auf schlechte Phasen warten, die kommen so oder so, und seitdem ich mich von dem Schubdenken befreit habe, gab es auch keine lang andauernden schlechten Phasen mehr und das obwohl sie in den letzten Wochen extrem viel neues gelernt hat. Natürlich gibt es schlechte Tage, Nächte in denen sie schlecht schläft, Zeiten in denen sie ohne ersichtlichen Grund mies drauf ist.Aber ob das jetzt ein Schub ist, zahnen, das Wetter, oder sie einfach nur mit dem falschen Knie aufgekrabbelt ist, ist mir egal. Die "Medizin" ist immer die gleiche: kuscheln, tragen, stillen und wieder kuscheln.
Das es diese Entwicklungsschübe wirklich gibt, da bin ich mir ganz sicher, aber wie sehr sie unsere Kinder mitnehmen, hängt auch mit uns und unserer Erwartungshaltung zusammen. Wenn wir sie glücklich und unvoreingenommen in ihrer neuen Welt willkommen heißen, finden sie sich sicher schneller zurecht, als wenn wir mit Sorge und Anspannung auf den neuen Schub warten.

Ich halte mich nur noch an diesen Schub:

"Der 1-Jahres Schub: er erstreckt sich in der Regel von der ersten bis zur 52. Woche. Ihr Kind wird in dieser Zeit viel neues lernen und von einem Säugling zum Kleinkind heranwachsen. Es wird Tage geben, an denen sie ihr Kind nicht wieder erkennen, an denen es sehr anstrengend ist und viel fordert, aber diese Tage gehen schnell vorbei. Folgen sie ihrem Kind auf seiner Reise und es wird ihnen den richtigen Weg schon zeigen."

Kommentare:

  1. Also uns hat das Buch prima geholfen, ruhiger zu werden. "Achso, das ist normal für seine Entwicklung und kein Grund zur Sorge!

    Bestes Beispiel: Nachdem jetzt das erste Buch vorbei war, haben wir auch ne Zeit "gefreestylet". Bis dann wieder so ein Phase kam, wo wir beinahe verzweifelt wären. Aber zum Glück gibt es ja auch über das erste Jahr hinaus Informationsmaterial und man weiß dann, was los ist. Konnte eigentlich auch immer gut nachvollziehen, was sich da ändert in seiner Denkstruktur.

    Natürlich kann nicht jedes Kind alles genauso, wie es da angeblich vorausgesetzt wird und die unkommentierten Elternzitate im Buch finde ich auch schlimm. Aber insgesamt eine sehr hilfreiche Lektüre!

    Ich stimme dir allerdings voll zu in dem Punkt: Eine "Erwartungshaltung" à la "uiuiui, bald 26. Woche! Da kommt ein Schub! *bibber fingernägel kau*" ist total schädlich. Wir haben meistens erst mittendrin reingeschaut und da fiel, jedenfalls mir, ein Stein vom Herzen.

    Lieben Gruß
    Jörn

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  2. oder sie einfach nur mit dem falschen Knie aufgekrabbelt ist - was für ein schöner neuer Ausdruck.
    Nein, man soll nicht auf die schlechten Phasen warten, man soll sich über die guten Zeiten freuen. Nicht so viel negativ, viel mehr positiv sehen.
    Sich selbst, seinem Partner und dem Kind vertrauen und nicht immer für alles eine Erklärung suchen.
    Wir haben auch als Erwachsene mal total schlechte Tage - "schuben" wir da auch?
    LG und weiter so!!

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  3. Genau so ging es mir auch. Zum Anfang fand ich das Buch toll aber je älter unser Mädchen wurde, desto weniger hab ich reingeschaut. Und mit dem 1Jahres Schub triffst du den Nagel auf den Kopf ;-). Ach darauf folgt der 1-2 Jahres Schub...

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  4. Das hast du ein sehr gutes Thema aufgegriffen! wir haben das buch auch und gerade in der anfangszeit in der ich mega unsicher bei jedem schrei war, hat es mir viel angst genommen! mitlerweile steht es auch im regal, aber immer mit dem hintergedanken dass ich wenns haarig wird wieder reinschauen kann! da ich aber momentan auch nicht das gefühl habe hier schubt etwas, blieb es schon lange geschlossen stehen. ich finde es auch sehr eigenartig wenn ich lese " noch 10 tage, dann kommt er, der schub" oder "in 2 wochen haben wir den schub überstanden"... ich denke babys sind keine maschinen die alle über die selben zahnräder laufen...jedes kind tickt nach seiner uhr! die schwierigen phasen kommen und gehen und sicher auch in einem groben rhytmus aber mit dieser denkweiße redet man sich garantiert viele schübe nur ein die garnicht vorhanden sind. weil, wie du schon sagst, der schub plötzlich die perfekte ausrede ist wenn das kind nicht "normal" funktioniert! und recht hast du- wir haben auch mal blöde tage, wir haben auch mal stimmungsschwankungen und uns ist auch mal nicht nach halligalli zumute! wenns danach ginge schube ich seit 25jahren!

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  5. Hab das Buch auch, finde es auch hilfreich und will mich aber auch von dem "Warten auf den nächsten Schub" befreien.
    Es kommt wie und wann es kommt, ob ich nun mit ängstlichen Blick auf den Kalender schau, oder auch nicht.
    Danke fürs teilen!
    Herzlichst
    Herzliebchen

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  6. Ehrlich? Ein Kind hält sich (meiner Meinung) bestimmt nicht an (präzise) Schübe sondern an sein eigenes Tempo. Ich glaube zwar das sie Entwicklungsschübe haben, ganz bestimmt sogar aber manche Mamas wie du schon schreibst warten regelrecht auf diese Phasen, freuen sich wenn der Schub vorbei und wundern sich das die Phase trotz Schubende weitergeht. Ich finde das Buch nicht schlecht aber manche "versteifen" sich wirklich zu sehr darauf anstatt sich einfach zu sagen "Mein Kind ist auch nur ein Mensch". :)

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  7. Hach, herrlich! Ich habe das genauso empfunden wie du. Zum Schluss fand ich dieses Buch einfach nur noch nervig. Das Leben ist ein einziger Schub und so hörte ich irgendwann einfach nur noch auf mein Bauchgefühl und freute mich, wenn ein Tag einfach mal etwas entspannter lief, als andere Tage.

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  8. Beim Großen hab ich auch noch nach den Gründen geschaut... Und jetzt? Wir haben unseren Alltag mit mal besseren und schlechteren Tagen. Schuld ist jeder von uns mal zumindest für die schlechteren Tage. und wir leben sooo gut damit. Der Tag kommt mit und ohne Buch und irgendeinen Grund für einen schlechten Tag gibt es, wie du schreibst, immer. Aber dazu brauch ich kein Buch.

    Liebe Grüße,
    Pauline

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  9. Oh, wie sehr Du mir aus dem Herzen sprichst! Die Mäuse halten sich sowieso an keinen Kalender, sondern folgen zum Glück ihrem eigenen Rhythmus. Vor Kurzem war ich richtig entsetzt, weil ich irgendwo gelesen habe: "In X Tagen kommt der nächste Schub." Bislang konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass jemand das Buch so wörtlich nimmt! Wenn überhaupt, dann taugt es nur als grober Leitfaden. Und das auch nur in den ersten Wochen...

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  10. Ach ja mein lieblings Buch :-) dein 1.jahr Schub ist perfekt getroffen und das beste daran ist man kann es lesen ohne das sich alles wiederholt ;-)
    Uns hat das Buch eigentlich nur davon abgehalten mehr solcher Bücher zu lesen

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  11. Ich bekam das Buch zur Geburt geschenkt. Die ersten Wochen habe ich darin gelesen, danach hatte ich eh keine Zeit mehr dafür :) ... ich hab mich nur extrem verunsichert gefühlt, weil Lorenz immer hinten dran war. Er ist halt ein bisschen langsamer als der Durchschnitt. Inzwischen mache ich mir keine Gedanken mehr darüber. Jedes Kind ist anders und nimmt sich die Zeit die es braucht. Ich habe auf anderen Blogs schon gelesen, dass dort die Tage gezählt werden bis der Schub vorbei ist. Das ist doch Käse! Als Mama bekommt man schon recht bald ein Gespür dafür, ob dem Kind was fehlt oder ob es einfach nur unzufrieden ist weil es schubt. Deswegen steht das "tolle" Buch jetzt ebenfalls im Schrank und wird wohl irgendwann auch mal auf dem Flohmarkt landen ;)

    Lieber Gruß
    die Katja

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  12. Vielen Dank für deinen Post! Ich habe dieses dämlich Buch erst kürzlich weitergeschenkt und gewarnt, dass ich es nie! wiedersehen möchte. Meine Tochter konnte nix von dem, was dort als "neu erworbene Fähigkeit" angepriesen wurde. Und ich hab mich immer gefragt, auf welchen Daten denn eigentlich diese "Schübe" basieren? Auf den Fragebögen einiger Mütter, die nach Lust und Laune ihre Befindlichkeiten beschreiben (siehe die eingeschobenen Zitate im Buch)?? Ich halte mich da auch lieber ein deinen "52 Wochen Schub" :-)
    LG, Sanne

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