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Vom Spielen und Lernen

das Badezimmer wird erkundet....
Die typische Alltagssituation bei uns: Martha sitzt auf dem Boden und spielt, ich setzte mich aufs Sofa und will was lesen/trinken/essen/Stricken/am Laptop schreiben, Martha sieht das und kommt sofort angekrabbelt, zieht sich an der Couch hoch und will mir weg nehmen was auch immer ich gerade in der Hand habe. Ich versuche sie mit ihrem Spielzeug abzulenken, das klappt vielleicht für 10sec., dann ist sie wieder bei mir.
Wie bei den meisten Familien hat sich auch bei uns massenhaft Spielzeug angesammelt.
Von laut und bunt über pädagogisch wertvoll bis einfach nur schön anzusehen.
Ja, frische Eltern lassen sich sehr leicht von der Werbung ködern oder sind einfach so hormonüberflutet, dass sie unbedingt auch die dritte Rassel brauchen, weil sie ja so süß ist.
Eigentlich sollte dieser Post von passendem Spielzeug im ersten Lebensjahr handeln, aber nun stellt sich mir eher die Frage ob Spielzeug in diesem Alter überhaupt seinen Zweck erfüllt.
Martha gibt mir da eine ganz deutliche Antwort: nein!
Es ist zwar kurz interessant, dass der Ball Geräusche macht wenn man drauf drückt oder wie sich verschiedene Formen und Materialien im Mund und den Händen anfühlen, aber es stillt eigentlich nicht den kindlichen Wissensdurst, denn das Spielzeug hat eigentlich nichts mit dem wahren Leben zu tun.
Wie das aussieht, erfahren die Kleinen von Mama und Papa.
Wenn sich Mama ewig lang mit so einem bunten raschelnden Ding beschäftigt, dann muss das wichtig sein, am besten gleich mal hin und sehen was daran so toll ist. Wenn Papa die ganze Zeit auf so einem schwarzen Ding mit bunten Bildern rumhaut, dann muss ich auch erkunden was da genau geschieht.
Und so sind die beliebtesten "Spielzeuge" also (noch) nicht Rassel, Teddy und Co, sondern eher Mamas Zeitung, Laptop/Handy/Fernbedienung, Schneebesen, Schüsseln, Tüten, Flaschen und Verpackungen jeder Art.
Ich bin ehrlich gesagt oft davon genervt, "da hat das Kind schon so viel zu spielen, aber trotzdem will es immer das was ich gerade habe".
Je nachdem was die Aufmerksamkeit des Kindes erweckt hat, kann es sogar gefährlich werden, wie bei Steckdosen, Messern oder heißen Kaffetassen.
Man kann sich diese Vorlieben aber auch zu Nutze machen. Bei langen Autofahrten gibt's bei uns nicht nur Spielzeug zum spielen, sondern auch mal leere Pet-Flaschen, verschlossene Kekstüten und saubere Jogurtbecher. Auch sehr beliebt wenn ich gerade spüle oder koche: Löffel, Schneebesen und Tupperdosen. Um in Ruhe essen zu können einfach ein paar kleine Brotstücke auf den Tisch vom Hochstuhl krümmeln und Martha ist ewig damit beschäftigt mit dem Pinzettengriff jedes noch so kleine Krümmelchen in den Mund zu befördern.
Das einzige "richtige" Spielzeug das bei uns zum Dauerbrenner wurde sind der Wasserball und Duplosteine, weil man da so viel zum lutschen und fühlen hat.
Und bis sie merkt, dass man mit Spielzeug auch einfach zum Spaß spielen kann, darf sie weiter Zeitungen klauen, mit Keksdosen kämpfen und ihre Welt entdecken.

Kommentare:

  1. haha, genau so ist es :) bei uns ist gerade die Flaschenbürste das Lieblingsspielzeug

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  2. *schmunzel* Ja, ja, Eltern sein ist schon manchmal grausam. Ich warte schon auf den Bericht, wenn sie euch das erste Mal einen Schrank oder ein Regal ausräumt.

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  3. Tatsache, Kinder unter einem Jahr brauchen keine Spielsachen. Sie sind schwer damit beschäftigt die Welt zu erobern und Industrie und Eltern Mühen sich ab eine Scheinwelt zu errichten, bevor sie die wahre kennen. Wieso?
    Wir haben während der Entdeckungsphase alles was nicht für Kinderhände geeignet (ich schreibe nicht "gedacht") ist nach oben befördert und alles andere durfte sie kennenlernen. Inzwischen ist unser Mädchen 14 Monate und die Bücher können wieder weiter unten im Bücherregal stehen, nur noch manchmal sind die interessant.
    Wie sollen denn die Kleinen verstehen warum bei uns Erwachsenen alles seinen Platz hat, es Dinge gibt die man nicht anfassen darf usw.?

    Euer Klopapier ist ja aber auch äußerst einladend!

    Was Spielsachen betrifft... es ist echt schwer, es gibt so wunderschöne Sachen aber ich habe den Eindruck zu viel überfordert und versuche alles übersichtlich zu lassen. Ich denke wir Eltern kommen schon noch lange genug in den Genuss schöne Spielsachen anzuschaffen....

    Danke für den Beitrag, lieben Gruß!

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  4. so gehts uns auch :) ich hatte ja mal bei uns über die pappschachtel berichtet, da war elli glaube ich 4 oder 5 monate alt. es hat sich bis jetzt noch nix in dieser hinsicht geändert, elli findet zwischen einem berg von spielzeug alles uninteressant außer das was wir in den händen haben.
    ich habe 2 mittelgroße kisten für elli mit spielzeug und viele sachen mag sie wirklich gerne. am besten ist aber: unser altpapierkorb, die unterste schublade mit schüsseln in der küche, das mittlere regal im badezimmer oder der wäschekorb :D
    und weist du was? ich lass sie einfach machen. ich habe mit so vielen dingen was elli anbelangt irgendwie ein problem (den vollgekackten fussboden von heute zb), aber bei ihrer entdeckungsreise in unserer wohnung oder im garten lass ich ihr (bis zu einem gewissen grad) ganz viel freiheit.
    ich bin sogar am überlegen ihre unterste küchenschublade mit spielzeug aus der kinderküche zu befüllen, dann kann sie nix kaputt machen, aber ihr entdeckungsdran ist gestillt.

    das gute daran ist das sie, wie frl rucksack vor mir schon sagte, irgendwann das interesse daran verlieren und es nichts besonderes mehr ist, weil sie ja die ganze zeit dran durften.

    liebe grüße

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  5. Endlich eine die es ausspricht und nicht noch ein tolles Spielzeug vorstellt...
    Lina mit jetzt 1 Jahr und 2 Monaten hat jetzt das Bobbycar vom Bruder endeckt und liebt ihren Lauflernwagen. Aber sonst ist auch nur das IN was Mama, Papa und großer Bruder hat.

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  6. Das kann ich anhand von Fotos von mir bezeugen: Tupperschüssel und ein Löffel auf der Küchenarbeitstheke sitzend. So konnte Mama wohl in Ruhe kochen. Oder Bücherregale ausräumen. Oder mit Gummihandschuhen, einem Leeren Eimer und einem Besen wischend, sieht auch witzig aus. Aber ist ja eigentlich auch praktisch, wenn einfache Küchenutensilien schon reichen, um Kind glücklich zu machen.

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