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Let's ask Mama II



Die heutige Frage lautet:    Wie habt ihr entbunden und würdet ihr im Nachhinein daran etwas ändern oder Tipps an Schwangere geben? Wie seid ihr zu eurer Entscheidung gekommen?


 

Hach, Thema Geburt? Da bin ich auch nochmal dabei ;) 

Zuerst mal: Ich habe nicht entbunden, ich wurde nicht entbunden. Ich GEBÄRE. :)

Die wichtigsten Fragen hab ich auch ganz schnell beantwortet: Wie hier alle wissen hatten wir eine Hausgeburt.
Diese Entscheidung hatte ich schon als Kind gefällt, meine Mutter hatte eine Freundin, die bekam ihre Kinder zuhause, und ich fand das toll. 
Als Erwachsene beschäftigte ich mich mit den Qualitätsberichten (QUAG) las die "Selbstbestimmte Geburt" von Ina May Gaskin. 

Mein Tip für jeden: Hebamme suchen, schon in den ersten Tagen/Wochen der Schwangerschaft, mit dieser gemeinsam erörtern, welche Art der Geburt am Besten zu einem passt. Und: Rockenschaub lesen. 

Ich denke wir hatten eine besondere Hausgeburt, und dafür bin ich dem Universum sehr dankbar. Nach wochenlangem Bangen wegen vorzeitiger Wehen,  Angst vor einer Frühgeburt, Angst vor Kinderklinik, Trennung, Geburt im Kh, habe ich unsere Tochter bei 36+3 hier zuhause im Wohnzimmer zur Welt bringen dürfen. 
Ein Umzug in den 20iger Wochen der Schwangerschaft stellte für diese eine riesige Belastungsprobe dar und so lag ich ab 32+0 im Krankenhaus (in dem Svenja genau ein Jahr später ihre Martha bekommen sollte <3), die Rumweherei zeigte deutlich Wirkung, und so entschieden wir uns für die Tokolyse. 
Meine Hebamme darf von der Versicherung aus ab 36+0 eine Hausgeburt begleiten, machte aber schon recht früh deutlich, dass sie die ersten Tage der 37. Woche ablehnt, und danach auf ihr Gefühl hört "Bis 36+3 wäre schon toll." Das war also mein Ziel. Unser Ziel. 

Ich visualisierte es immer wieder. Machte Traumreisen mit/zu meinem Ungeborenen Kind. Brachte es wieder "zurück" wenn es der Welt zu nah kam.

Drei Tage vorher wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, noch ein paar Wehenhemmer Tabletten in der Tasche. Ich war völlig fertig. Drei Wochen Liegerei, mein Körper völlig degeneriert. Ich hatte wirklich Angst vor der Anstrengung Geburt. 
Samstag Morgen stand ich auf, und "pflatsch". Das war unser Tag, darauf hatten wir gewartet. Wir haben unser gemeinsames Ziel erreicht. Wir würden eine Hausgeburt haben, mit unserer Hebamme.  Wir besprachen uns nochmal "Ja, Lungenreife hatte ich ja bekommen, dann sollten wir ja nichts befürchten müssen." Trotz alledem handelt es sich hier um eine Frühgeburt. 
Die Geburt kennt man, sie war ein Traum, toll. Ich erlebte sie als Belohnung, als Wiedergutmachung für all die Technik und Pathologisierung der letzten Wochen. 
Ich gebar mein Kind, aus eigener Kraft. Es war eine Sache die Alva und ich alleine meisterten. Unsere beiden Körper waren genau dafür geschaffen worden. Eine perfekte Symbiose. Natur in ihrer Perfektion. 

Apgar 9/10/10 
Eine gesunde Tochter. In ganz viel Ruhe durften wir Bonden, die U1 fand erst 3 Std nach der Geburt statt. In genau diesen Stunden zeigte sich dann auch, dass die Lungenreife bei ihr nicht abgeschlossen war, das Atmen wurde immer schwerer, es bereitete ihr offensichtliche Probleme. Kein kritischer Zustand, aber keinen hinter dem man als Hebamme einfach die "Türe schließt".
Hier nahm der 25.02.2012 eine sehr unschöne Wende. Krankenwagen, Transport, Alva musste auf die ITS, wurde noch in der Nacht geCPAPt, Antibiotika, sondiert. Trennung. Eine harte Woche, aus der ich traumatisiert wieder nachhause komme. 
 
Da bietet sich die Frage natürlich an, warum hast du sie denn nicht direkt im Kh bekommen, oder auch der "Vorwurf" es sei doch mutig ein Frühchen zuhause zu bekommen. 

Es war genau der richtige Start ins Leben für uns. Während der gesamten Geburt ging es Alva blendend, die Erfahrung der ungestörten, Geburt wird uns niemand nehmen. Mir bleibt für immer die Erinnerung, und in Alva lebt die erste Erfahrung "Ich kann alles schaffen" und wird sie ihr ganzes Leben begleiten. Ein Geschenk dessen Wert wir nicht ermessen können. 
Zwischen Krankenhausaufenthalten unsere gemeinsame Oase. Die Quelle aus der wir beide schöpfen. 

 

Kommentare:

  1. Wunderschön. Da musste ich doch ein Tränchen verdrücken. <3

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  2. Höhen und Tiefen liegen manchmal sehr dicht beieinander.

    Hatte beim Lesen auch "Pipi inne Augen". Sehr schön be- und geschrieben!

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