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Lets's ask Mama I

Bei Kathi habe ich eine ganz tolle Blog-Idee entdeckt, unter dem Motto "Let's ask Mama" wird jede Woche eine Frage gestellt, die von anderen Blogger-Mamas beantwortet wird. Heute sind wir auch dabei.
Da es von mir nie einen richtigen Geburtsbericht gab, ist die Frage auch ganz passend.

Die heutige Frage lautet:  
Wie habt ihr entbunden und würdet ihr im Nachhinein daran etwas ändern oder Tipps an Schwangere geben? Wie seid ihr zu eurer Entscheidung gekommen?

Ich habe im Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg entbunden und würde es immer wieder tun. Eigentlich wollte ich dort im Geburtshaus entbinden (welches ans KH angeschlossen ist) aber wegen Formalitäten durfte meine Beleghebamme zum Geburtszeitpunkt noch nicht dort entbinden, so waren wir im normalen Kreissaal, aber trotzdem wir drei alleine, meine liebste Hebamme Anna, Nils und ich...und natürlich Martha.
Als wir im Krankenhaus ankamen, nachts um 6 Uhr, war die Geburt schon sehr weit fortgeschritten, zuhause war der Muttermund schon bei 6cm und im Krankenhaus dann bei 7. Ich hatte die Wehen nicht wirklich ernst genommen, weshalb ich die Hebamme auch erst so spät anrief.
Ich dachte die ganze Zeit, es ist eh wieder ein Fehlalarm, der Muttermund bestimmt noch geschlossen, als ich dann hörte, dass er doch schon 6cm betrug, war ich total geschockt, auf einmal dämmerte mir, das ich heute noch Mama werde, vermutlich in den nächsten Stunden, und in dem Momente verließ mein Geist meinen Körper und der Rest lief automatisch ab.
Im Krankenhaus wurde ich erst mal ans CTG angeschlossen, da sah alles gut aus und Anna wollte es eigentlich wieder entfernen, aber ich wollte das es dran bleibt (auch wenn ich das vorher nie wollte), ich wollte Marthas Herzschlag hören, wissen, dass alles in Ordnung ist.
Ziemlich bald wurde der Drang zu presse immer größer, der Muttermund war schon länger vollständig geöffnet und so durfte ich mitschieben. Es tat auf der einen Seite gut etwas tun zu können, auf der anderen Seite war es das krasseste Gefühl, das ich jemals hatte. Aber in diesem Moment ist man so fixiert auf das Ziel, dass man es trotzdem tut.
So kam eine Presswehe nach der anderen, ich drückte und drücke, musste 1000 Positionen ausprobieren, aber sie kam einfach nicht raus. Die Wehenpausen waren zu lang und sie rutschte immer wieder zurück, dazu wurden meine Kräfte immer weniger, also rief Anna eine Ärztin hinzu, was mich schrecklich verunsicherte. Als es hieß sie müssten einen Dammschnitt machen fing ich an zu weinen, ich hatte solche Angst auf einmal, Angst das Martha etwas passiert.
Ich sagte noch sie soll Martha bitte nicht in den Kopf schneiden. Dann kam eine neue Wehe, die Ärztin machte einen kleinen Schnitt (den ich nicht spürte), ich presste wie eine Verrückte, und da kam der Kopf, aufhören zu pressen und mit einem Flutsch war die ganze Riesen-Martha geboren und lag da schreiend vor mir. Mein erster Gedanke war "wo hat sie diese Augenbrauen her", der zweite "Ist es wirklich ein Mädchen?" Die Zeit danach kommt mir unendlich vor, bis ich sie auf den Arm nahm. In meiner Erinnerung starrte ich sie ewig an, nicht in der Lage irgendetwas zu tun, so überwältigt von diesem Augenblick, das ich nicht einmal weinen konnte.
Zaghaft nahm ich mein brüllendes Baby dann doch hoch, sie sah aus wie ihr Papa.
"psst, Mama ist ja da, du brauchst keine angst zu haben".
Mein Kopf war leer in diesen Stunden nach der Geburt, wie soll ich das Bündel halten, was soll ich tun, ich brauchte lange um "anzukommen", um zu realisieren, dass dieses wunderhübsche Mädchen meine Tochter sein soll.
Blicke ich jetzt zurück auf die Geburt, dann bin ich auf der einen Seite froh, auf der anderen traurig. Ich bin überglücklich, dass die Geburt so lief wie ich wollte, ohne PDA, ohne Infusionen, nicht auf ein Bett "gefesselt". Klar, ohne Dammschnitt wäre es noch besser gewesen, aber wie mir Anna danach erzählte, war er wohl nötig, da die Herztöne immer schlechter wurden (ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mir das erst nach der Geburt und nicht währenddessen erzählt hat).
Traurig macht mich, dass die Geburt so schnell ging und ich irgendwie gar nicht richtig anwesend war, auch wenn das für andere unvorstellbar ist, wäre ich froh ich hätte 2 Stunden mehr gehabt, und hätte dann die ersten Momente mit Martha mehr wahr genommen und genossen.
Meine beste Entscheidung war auf jeden Fall, dass ich eine Beleghebamme hatte, die auch schon meine Schwangerschaftsvorsorge machte und die mich deshalb sehr gut kannte. Wir haben vorher besprochen was ich bei der Geburt nicht möchte und ich bin ihr sehr dankbar, dass sie meine Wünsche akzeptiert hat und mir nie eine PDA oder ähnliches angeboten hat (unter der Geburt hätte ich nämlich sofort ja gesagt und es später nur bereut).
Außerdem kann ich das Krankenhaus nur empfehlen, ich wurde auch nach der Geburt so toll beim stillen unterstützt, in einem anderen hätte es wahrscheinlich direkt ne Pulle gegeben, weil Martha die ersten 24h nichts getrunken hat.
Ich kann nur jeder Schwangeren empfehlen sich eine Beleghebamme zu suchen, für mich der absolute Luxus, außerdem sollte man sich bei der Krankenhauswahl nicht blenden lassen, gute Krankenhäuser findet man zum Beispiel hier:
http://www.babyfreundlich.org/

Kommentare:

  1. Wow! Toll, dass du mitmachst. Kann ich dich auf meinem Post erwähnen? Freut mich und liebe Grüsse!
    Kathi

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  2. schöner bericht und ein super schönes foto.
    wir haben leide so wenig foto's von der zeit danach, was ich jetzt natürlich super bereuhe aber wir hatten da irgendwie anderes im kopf, keine ahnung...
    ich hab übrigens auch nicht geweint, das kam erst tage später mit einem leichten babyblues.
    das erste was ich zu elli gesagt habe als sie auf meinem bauch lag war: ohh gott bist du wunderschön, aber die haare an den ohren hast du von deinem papa! XD

    liebe grüße

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