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Studieren mit Kind - Klausuren in der Frühschwangerschaft

Beim "Das nervt"-Post letztens, haben wir gemerkt, dass euch das Thema "Studieren mit Kind" scheinbar doch sehr interessiert, deshalb hier der erste Post von Svenja:

Klausuren während der Frühschwangerschaft - ein Fazit
Ich wurde mitten im Semester schwanger und schon ab Beginn der 7. Woche wurden die Kloschüssel und ich die besten Freunde, das sollte sich bis in die 15. Woche leider nicht ändern. Auch wenn ich mich nur maximal dreimal am Tag übergeben musste, hat es doch unheimlich geschlaucht und ich kam manchmal tagelang nicht mehr vor die Türe.
Leider auch nicht in die Uni.
Zum Glück hatte ich in diesem Semester nur eine Pflichtveranstaltung zu der ich mich gerade so schleppen konnte, in den restlichen Vorlesungen schrieb immer eine Freundin für mich mit und die Sachen kopierte ich mir dann (glaube ich habe alleine für die Kopien an die 50€ ausgegeben).
Die Klausurenphase begann ziemlich zeitgleich mit meinem 2. Trimester, so war zumindest die Sorge um das Baby kleiner geworden, aber die Übelkeit wollte einfach nicht verschwinden. Ich zwang mich trotzdem in den paar guten Stunden des Tages zum lernen, schrieb nebenbei noch meine 40-seitige Studienarbeit, aber es war nicht das Gleiche wie sonst. Ich erreichte meine Konzentrationsgrenzen viel zu schnell, wurde zu schnell müde, konnte mir zu wenig merken. Sonst war ich immer sehr gut im lernen, konnte täglich 8h am Stück ohne Pause hinter den Unterlagen sitzen bis ich alles 100% drauf hatte, jetzt kämpfte ich verzweifelt um an die (vermeindlichen) 100% ran zu kommen.
Die Klausuren liefen dann soweit ganz ok, dachte ich, bis ich die Ergebnisse bekam, die mich dann doch enttäuschten, da sie (obwohl sie immer noch recht gut waren) doch schlechter ausfielen als sonst und vor allem schlechter als mein Gefühl mir sagte.

Wer mich kennt der weiß, ich heule auf hohem Niveau rum, aber was ich eigentlich damit sagen will, ist, dass es wahnsinnig schwer ist in der Schwangerschaft die gleichen geistigen Leistungen zu erbringen wie vorher, und ich muss ehrlich zugeben, dass ich das total unterschätzt hatte.
Ob das die berühmte "Schwangerschaftsdemenz" ist, weiß ich nicht, vielleicht hatte es auch einfach mit der Übelkeit zu tun die mich zu sehr ausgelaugt hat oder es war eine Mischung aus beidem.

Wenn man während des Studiums schwanger wird ist es am besten wenn man sich mit guten Noten ein kleines "Polster" geschaffen hat, oder einfach mal seinen Stolz runterschluckt und -im Gegensatz zu mir- so schlau ist und die Klausuren einfach in einem anderen Semester schreibt

Kommentare:

  1. Klausuren innerhalb der Schwangerschaftsdemenz sind auf jeden Fall denen während der Stilldemenz vorzuziehen... ;-) Lieben Gruß, Marja

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  2. Ich hab zwar nicht mit Babybauch Klausuren geschrieben, aber mich auf mein erstes Examen vorbereitet und kann das sooo gut nachvollziehen! Vor allem die liebevolle " Schwangerschaftsblödheit" ist mir bestens bekannt!

    Liebe Grüße

    Jenni

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  3. toller post, ich würde unheimlich gern mehr dazu hören! zb. auch wie man ein kind finanziert während dem studium :-/

    liebe grüßee

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  4. Ich kann das ganz gut nachvollziehen. Ich denke, dass man grade bei einem Bachelorstudium bei jeder kleinsten physischen Veränderung oder auch Angeschlagenheit sofort dafür "bestraft" wird. Ich habe während meines Studiums ein ganzes Semester vergessen können, weil ich eine Mandel OP machen lassen musste.

    Das wird bestimmt besser, wenn die kleine Maus erstmal auf der Welt ist! :)

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  5. Die Frage ist ja auch, wann du die Klausuren denn noch hättest schreiben können. Du hättest ja zwei Semester schieben müssen. Und ob das so sinnvoll gewesen wäre? Vielleicht war es doch ganz gut so.

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  6. Hallo Ihr Lieben!
    Ich lese sehr gerne bei Euch mit und finde, ihr führt einen sehr vielseitigen Blog. Eine kleine Kritik habe ich aber: Eure Schrift ist echt schwer zu lesen, auch wenn ich nicht kurzsichtig bin. Liebe Grüße sendet Liane W.

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  7. Auch heute wieder: Ich kann deine Worte bestens nachvollziehen. Bei Juniors Schwangerschaft standen gerade die Abschlussprüfungen für meine Berufsausbildung vor der Tür. in die Prüfungen rein ging es mit einer 1-2 Leistung. Die Prüfungen ergaben ein Ergebnis von 2,5. Netterweise wurde abgerundet. Ich bin damit sehr unzufrieden. Aber was solls. Immerhin bestanden (die Nachholprüfungen wären dann ab Geburtstermin gewesen). Aber ja, die Leistungsfähigkeit im Bereich Merken und Ausdauer lassen grausam schnell nach.
    Toll, dass du es trotzdem geschfaft hast!
    Liebe Grüße,
    Pauline

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  8. Jaja, die Schwangerschaftsdemenz ist nicht zu unterschätzen. Ich durfte am Anfang meiner Schwangerschaft noch ein Laborpraktikum machen (keine Angst ungefährlich fürs Kind ;) Als ich der Dozentin von meiner Schwangerschaft erzählte, war ihr erster Kommentar: DAS ist ja nicht mein Problem, dann kann ich sie ja von der Liste streichen. Hallo, wie unsensibel kann man denn sein?! Ich durfte dann doch und es war echt anstrengend.

    Viel schlimmer fand ich die Klausur sechs Wochen nach der Geburt. Einfaches Thema, aber mein Gedächtnis war das reinste Sieb. Sowas hab ich auch noch nicht erlebt.

    Also Hut ab vor deiner Leistung und noch eine schöne Schwangerschaft ;)

    Liebe Grüße,
    Steffi

    PS: Ich finde es sehr sympathisch, das ihr nicht zu den rosa-blau-Elten gehört ;)

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