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Luft und Liebe und Stillen


Ein kleiner Exkurs, aber da es gerade sehr viel meiner Zeit in Anspruch nimmt, ich unzählige Stunden damit verbringe, mein ganzes Leben danach ausrichte, möchte ich heute etwas über das Stillen schreiben.

Ich habe ein Kind geboren, und mir oft vorgestellt, dass dieser Abschied schmerzhaft werden wird, ein "Ausscheiden", das Ende einer Schwangerschaft. Ich habe eine sehr liebevolle Schwangerschaft mit diesem Menschenjungen genossen, wir waren sehr eng miteinander verbunden. Ein großes Ganzes, eine perfekte Symbiose. Ich habe mich sehr intensiv auf die Geburt vorbereitet, und geschockt oder überrascht hätte mich wohl kaum etwas, doch eine Sache spukte eben immer wieder in meinem Kopf: Wie wird der Abschied?
Meinem Mann, sage ich immer wieder, bitte sei vorsichtig mit mir, mit uns, wenn du die Nabelschnur durchtrennst, zelebrier das nicht so, wie ich das von viele Vätern höre. Wehend noch, erinner ich ihn daran.
Dann ist der Moment gekommen, und das kleine Wesen liegt auf meiner Brust, die Nabelschnur auspulsiert, und abgeklemmt.
Er hat die Schere in der Hand, schaut mich an, und fragt glaub ich sogar, „Ist es ok?“ ich nicke, und da durchschneidet er sie. Es war ein gemeinsamer Akt. 
Es war ok, denn die Nabelschnur wurde nicht mehr benötigt, ja sie hatte in den Momenten nach der Geburt an Bedeutung verloren. Das Baby war nun so nah an meinem Herzen, wie vorher auch schon, es war ein Schritt Eigenständigkeit den ich gerne mit gegangen bin. Ein kleiner erster Abschied, der sich richtig anfühlte.

Mein Körper übernimmt auch weiterhin die Versorgung meines Babys, das Stillen beginnt, und damit ein neuer magischer Abschnitt in unserem gemeinsamen Leben.

Mein Baby mit den schönsten Augen. Diese ersten Stillmomente, ich habe das schönste Baby, und ich kann es versorgen, es lebt weiter durch mich, mit mir, an mir. Ein wunderbares Gefühl, das eigene  Baby weiterhin zu versorgen. Ich genieße das Stillen sehr. Mache irrsinnig viele Fotos vom kleinen angedockten Mädchen, sie wird sich sicher mal fragen was das sollte. Doch die überströmende Liebe, die ich beim Stillen empfinde drängt mich immer wieder dazu die Momente festzuhalten, für immer. 

Ich stille viel und ich stille gerne, überall, ein laut schmatzendes Baby in der Bahn, im Zoo, in der Badewanne, in der Vorlesung, auf dem Klo, im Wald, ja einfach überall.
Nun, ich könnte jetzt noch lange schwärmen über diesen neuen besonderen Teil unseres Lebens, feste Fäustchen, die sich satt entspannen, geschlossene-, genießende- oder wache Augen, ein suchender Kopf, hin- und hergeworfen, lautes "Dampflock-Schlucken".
Eingeschlafenes Baby, der Kopf fällt zurück, es lässt los, ein kleines Bäuerchen oder nicht, in jedem Fall zufrieden. 
Und ich? Ich hab mich wieder neu verliebt.

Wer ein säugendes Kind hat, der hat eine singende Frau

Kommentare:

  1. Liebe Esther, wunderschön geschrieben.

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  2. anrührend geschrieben hast du das. und mit jedem kind darf frau es wieder erleben...

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  3. Das lässt sogar mich emotionalen gefühlsbatzen ohne jeglichen Kinderwunsche etwas nachdenklich stimmen! Sehr schön!

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  4. Pure Liebe in jedem Wort. Da freut man sich richtig, es irgendwann selbst erleben zu dürfen. :)

    Beste Grüße
    Rehlein <3

    http://just-bambilicious.blogspot.de/
    http://bambi-backt.blogspot.de/

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  5. Hallo,
    wunderschön geschrieben.
    Dem kann man nichts mehr hinzufügen.
    Weiterhin eine wunderschöne Zeit.
    Liebe Grüße Melanie

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