Startseite Über Tutorials Freunde Webshop

Gedanken zur Sendung

Die Gästeliste von "hart aber fair" hat mich ja schon im Vorhinhein missmutig gestimmt. Nach der Hälfte der Sendung war ich bereit Umzuschalten. Rach der Restaurant Tester hätte mir einen weitaus schöneren Abend beschert.
Ein von H+M und Deichmann gesponserter Rolfe hat in so einer Runde mit der Ernsthaftigkeit des Themas einfach überhaupt nichts zu suchen. "Solche Bilder" würden ihn "schocken", sein erster Satz. Die Zeit des "geschockt-seins" sollte schon lange vorbei sein. Wer bislang an diesem Thema vorbeigekommen ist, muss sich ernsthaft Gedanken machen.

Trigema, als Hersteller von Maschenwaren, können zum Thema eigentlich auch nichts sinnvolles beisteuern, denn die Herstellung von Jogginganzügen, Poloshirts und sonstiger fast fertig gestellter Strickware, lässt sich nicht auf die Herstellung von unserer Tagesmode übertragen. (Peinlich genug, dass wenn ein Unternehmer aus dem eigenen Land eingeladen wird, immer nur Herr Grupp einfällt - wir brauchen mehr davon!)


Ich gestehe, ich habe nicht bis zum Ende durchgehalten, und bin zum Restaurant Tester gezappt. Der Konsens der Sendung war, dass der Verbraucher die alleinige Verantwortung trägt, und solange der günstig einkauft, wird sich daran nichts ändern können. Schade. 


Eine Näherin die 35 Euro im Monat verdient, und allein 32 Euro für die Miete ihres 5m², Tageslichtfernen Unterschlupf zahlt. Eine Verdopplung ihres Lohns würde sich in einem Centbetrag auf die Preise unserer Bekleidung niederschlagen. Und ich kenne nun keinen treuen H+M, Zara, oder C+A Kunden, der wegen 50c, plötzlich bei KiK einkaufen würde.

Über eine Stunde also Unternehmer die sich ihrer Verantwortung nicht bewusst sind, sich in ihrer Ignoranz bestärken, indem sie das "Problem" auf den Verbraucher abwälzen, die Schuld in der Politik sehen, oder ähnliche Ausflüchte.


Doch wo zieh ich meine Konsequenz? Ich werde auch weiterhin bei H+M, Zara und Co einkaufen. Ich verlasse mich auf Schadstoffsiegel, und mache diese zur Bedingung bei der Anschaffung vieler Produkte. Denn faire Arbeitsbedingungen sind im Einkauf so undurchsichtig wie die Frage nach der Biene die meinen Apfel bestäubt hat.


Eine Patenschaft hätte ich gerne für eine Näherin. Das kam mir heute Morgen in den Sinn. 10, 20 selbst 30 Euro im Monat würden nicht wehtun, jedoch die Existenz einer Familie mit Kindern in Bangladesh sichern. Geld, das an der richtigen Stelle ankomm-t/ -en sollte, ohne im Konzernsumpf zu versinken.




Weiss vielleicht einer näheres dazu? Gibt es eine solche Möglichkeit?





Kommentare:

  1. Mich hat die Sendung leider ähnlich gestimmt...verändern wird das nichts...deine Idee mit der Patenschaft für eine Näherin finde ich allerdings super! Ich würde mich über Infos freuen, falls du solch ein Projekt findest!!!

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann deine Wut gut verstehen, immer dieses Rausreden der Unternehmen. Wir können an den Arbeitsbedingungen nichts ändern, daran können allein nur die Hersteller was ändern.
    Der doppelte Lohn für die Näherin in Bangladesch heißt doch für uns wirklich nur 5-10ct mehr für ein T-Shirt zu bezahlen ich glaub das ist ja wohl jeder von uns bereit.

    AntwortenLöschen
  3. ..ich habe geweint, ein 12 Jähriges Mädchen, was 14 Stunden am Tag arbeitet.Wir sollten uns schämhmen.
    Ich bin froh, das ich viele Sachen weiterverarbeite, oder umfärbe, oder "Joggginghosen"für meine Kinder aus den alten T_Shirts meines Mannes nähe. Ich werde jetzt noch mehr darauf achten, Textielien länger zu benutzen. Denn es klebt Blut an den Sachen.
    Christiane

    AntwortenLöschen
  4. Leider habe ich nur die Sendung und nicht die anschliessende Diskussion gesehen. Die Sendung war (obwohl ich das ja durch euch schon kannte) schockierend genug.
    Schön, dass ihr immer weider über solche Missstände berichtet.

    AntwortenLöschen
  5. Ich muss sagen die Idee einer Patenschaft hört sich nett an, ist aber meiner Meinung nach nicht das Richtige.
    Es geht schließlich nicht nur um schlechte Entlohnung sondern vorallem um schlechte Bedingungen in den Firmen und bei der Herstellung und das ist der Punkt an dem wir mehr Druck auf den Hersteller ausüben sollten.
    Das geht meiner Meinung nach nur über Boykott und eingeschränkter Konsum. Denn für mich hat der extreme Konsumanstieg ebenso eine Schuld an der Situation zu tragen, wie auch die Unternehmer. Es ist also meine Verantwortung mich zu informieren und Alternativen zu suchen statt mich dahinter zu verstecken, dass mangelnde Transparenz herrscht (wobei ich euch dabei völlig Recht gebe). Es gibt zahlreiche ökologisch und nachhaltig eingestellte Firmen die Sales und Sonderangebote anbieten. Bei gemindertem Kaufkonsum sind diese Produkte auch für uns als Studenten erschwinglich, allerding müssen wir auf Masse verzichten, doch das wäre umwelttechnisch sowieso längst überfällig.
    Ein solches Umdenken im Kopf der Menschen und vorallem der jungen Leute, so wie wir, ist für mich ein sinnvoller Start um junge und zukunftsorientierte Designer zu unterstützen und den Firmen zu zeigen was wir als Kunden uns wünschen und fordern.

    AntwortenLöschen
  6. Ich fand diese Diskussion an vielen Stellen furchtbar und habe auch nicht verstanden, was "Rolfe" dort sollte. Er konnte da doch wirklich nichts beisteuern und saß nur mit offenem Mund da und schaute naiv.
    Und dann ist seine Bekleidung auch noch gesponsort... na super.

    Meistens sind Biokollektionen in "Herbstfarben" und die sind nicht so mein Ding. Schade, dass die Modenschau da nicht Hersteller von poppigerer Mode gezeigt hat!

    Liebe Grüße
    Natascha

    AntwortenLöschen