Startseite Über Tutorials Freunde Webshop

Modeblogger, Konsumenten und nachhaltige Kleidung

Letzte Woche stellte ich in einer Gruppe Modeblogger und dann noch in einem Forum diese simplen Fragen:
Wie wichtig ist euch der Nachhaltigkeitsgedanke in der Mode?
Beschäftigt ihr euch mit Produktionbedingungen, Rohstoffen und Recycling?
Privat oder auf eurem Blog?
Kann man das mit ständig neuen Trends und Kollektionen vereinbaren?

Könntet ihr euch vorstellen Firmen auf euren Blogs zu boykottieren, weil sie Kleidung unter Menschenverachtenden Bedingungen herstellen lassen, verbotene Chemikalien verwenden oder die Umwelt zerstören?

Bei diesen Fragen ging es mir vor allem darum herauszufinden wie viel die Menschen über diese Themen wissen und ob sie sich damit beschäftigen.Treue Leser kennen unsere Meinung dazu, heute will ich euch die besten Kommentare von anderen vorstellen. Ich finde es sehr interessant wie weit die Meinungen auseinander gehen und welche Vorurteile in manchen Köpfen noch vorhanden sind, was "Ökomode" betrifft.

"Also ich bin eindeutig bereit als Blogger eine Firma zu boykottieren, und das kam unter Bloggern sogar schon vor. Warum immer nur loben? Warum nicht auch mal Kritik üben? (...) Aber H&M davon abzubringen die Jeans in 3. Weltländern und unter grausamen Bedingungen zu produzieren ist wohl aussichtslos. Dafür ist das Geld zu mächtig! "
"ich sehe mich eher als lifestylebloggerin, da ist mode nur eins von mehreren themen. aber ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich mir über produktsionsbedingungen usw sehr wenig gedanken mache. ich denke, es gibt wichtigere probleme auf der welt, die es vorrangig anzugehen gibt als das. auch wenn es hart klingt."

"ich beschäftige mich im moment viel mit dem thema,und ich finde, man muss einen kompromiss mit sich selber finden. mir persönlich wird das immer wichtiger, ich versuche, mehr darauf zu achten. allerdings ist es für mich als schülerin manchmal unbezahlbar, fair- trade einzukaufen. deshalb kaufe ich stoff und mache die sachen selber, dann weiß ich von wem es kommt."
"Jeder muss innerhalb seiner Möglichkeiten versuchen verantwortungsvoll und umweltfreundlich zu leben. Meiner Meinung nach ist es immer noch besser sich einzugestehen, dass man etwas falsch macht, wenn man z.b. bei h und m kauft, das aber aufgrund mangelnder finanzieller Möglichkeiten auch nicht ändern kann, als zu sagen, man will sich überhaupt keine gedanken machen."
"Finde, es ist kein Zukunfsthema, sondern ein Jetzt-Thema. Der Nachhaltigkeistgedanke kollediert aber eigentlich mit den Trends. Denn Nachhaltigkeit beinhaltet ja die Langlebigkeit und die lange Nutzung der Produkte. Was aber bei Firmen wie H&M, Zara, Primark etc, die ja gerne auf Modeblogs gefeatured werden, etwas schwierig ist. Finde, es beschäftigen sich zu wenige Blogger ernsthaft mit dem Thema und gehen Greenwashing gerne auf den Leim. Nur weil eine Firma plötzlich Organic Cotton verwendet, ist sie ja nicht plötzlich "Green". Denn es ist nur ein anderes Material, aber die Produktions- und Arbeitsbedingungen und die niedrigen Löhne bleiben gleich."
" Ich kann die ganzen Standard-Rechtfertigungen echt nicht mehr hören: 
- die anderen Labels machens doch genauso, also was solls 
- der Einzelne hat doch keine Macht, was bringts denn, wenn ich da nich mehr kaufe
- Kapitalismus/ Großkonzerne/ Politik haben die Schuld und die Verantwortung, nicht die Käufer, die mit ihrem Geld dieses Unrecht unterstützen
- Grundprinzip Angebot/ Nachfrage: kenne ich nicht, was isn das? 
- wenn ich da nicht mehr kaufe, werden die dann ja auch noch arbeitslos!!! 
- und überhaupt ist es doch ein alter Hut und das Leben ist nun mal kein Ponyhof"

Wie würdet ihr die Fragen beantworten? 
Und um auch die letzten Skeptiker davon zu überzeugen, das "Öko" auch modern und günstig geht, gibts in den nächsten Tagen ein paar tolle Shoplinks. 

Kommentare:

  1. Ich hab als Studentin auch nicht viel Geld für Klamotten über, aber ich habe mich noch weiter eingeschränkt und kaufe nur dann Neues, wenn ich es wirklich brauche und nicht einfach nur, weil's mir gerade gefällt! Sachen, die ich nicht trage, verkaufe ich im Secondhand oder gebe sie in die Altkleidersammlungoder ich nähe sie um und mach was Neues draus. Aber ich werfe sie nicht weg.

    Leider ist es bei Kleidung oft schwierig nachzuvollziehen, wie sie wo gefertigt wird. Obwohl es Unterschiede gibt (so sind die Bedingungen in China oft nicht so schlimm wie in Kambodscha z.B.).

    Bei Stoffen achte ich mitlerweile darauf, dass sie in Europa gefertigt wurden. Diese sind zwar teurer, die Qualität ist oft aber auch besser.

    Aber ich find's einfach nur wahnsinnig schwer wirklich rauszukriegen, wie eine Firma produziert...

    LG

    Pony

    AntwortenLöschen
  2. Ich liiiiebe Secondhandmode oder Kleidung von Freunden, Verwandten oder dem Freund. Kleidung mit Geschichte erwärmt mein Herz.

    Ich nähe Babydecken und benutze dafür Secondhand-Bettwäsche. Aber da konnte ich bisher noch nichts verkaufen, viele scheint das abzuschrecken.
    Ich versuche mit Baumwollnähgarn zu nähen und auch für die Wattierung verwende ich eine Sorte aus Baumwolle. Ich vermeide Kunstfasern wo ich nur kann, weil ich "Plastikmüll" vermeiden möchte.

    Ja, mich beschäftigt das Thema. Danke, dass Du diesen Themen ein Forum gibst!

    Liebe Grüße aus Düsseldorf
    Natascha

    AntwortenLöschen
  3. Wollte noch kurz "hallo" sagen!! Werde mir jetzt hier auch Plätzchen suchen und mich umschauen. Schöne eine Kölnerin zu treffen!!!

    AntwortenLöschen
  4. hallo sagen und etwas umschauen, dass werde ich jetzt tun! Schön eine Kölnerin anzutreffen!! :o)

    AntwortenLöschen
  5. Well, da wird wohl bei Blog-Besitzern Ausmass/Auswirkung von Fall zu Fall unterschiedlich sein.
    Schlimm finde ich allerdings folgendes: umweltfreundlich bin ich, wenn ich gerade Zeit dazu habe, bzw. vielleicht gerade 'drann denke'!


    ... und es umfasst ALLES - auch unsere ach so geliebte 'bescheisser-hilfreiche' Kosmetik - und lebenserleichternde und -verlaengernde Medikamente - ooops; schon mal an selbige gedacht?!
    Ich fuerchte, im Allgemeinen müssen wir etwas weg von radikal-gruen-Verhalten, was ja auch nur eine andere Form von Diktatur ist; das 'Mäntelchen' wirkt halt besser und chicer! Es gibt nämlich KEIN 'one size fits all' in diesem Falle. Was für Europa und seinem Klima gut und tauglich ist, ist z.b. für Australien hier noch lange nicht brauchbar und mitunter vielleicht gar von toedlichem Ausgang. Z.B: 'native' Gummibäume als Gartenbäume VORSCHREIBEN (= GRUEN, weil einheimisch!) wobei selbige am besten brennen! Erklär' mir einer diese Idiotie, bitte!
    Entsiedeln? Wohin?
    Aborigine verwuenschen/beschuldigen, weil DIE angefangen haben, mit ihrer bequemen 'Feuer-Stick-Methode' diesen zähen Baum überhaupt zur Dominanz zu verhelfen?
    Bitte erst informieren, bevor hierzu geschrien wird!!!

    LG
    Gerlinde

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Gerlinde
    Danke für deinen Kommentar. Uns geht es nicht darum die besten Ökos zu sein und unsere Leser dazu "umzuerziehen", sondern den Menschen Denkanstöße zu geben und sie zu informieren. Wir schreiben dabei hauptsächlich über das Thema Bekleidung, weil das unser Spezialgebiet ist und wir uns damit wirklich auskennen, anders wie mit anderen Themen, wo wir ehrlich gesagt eher normales Wissen haben, deshalb schreiben wir ja auch nicht drüber ;-)

    AntwortenLöschen
  7. Oh, auf die Linkliste bin ich ja gespannt. Tatsächlich würde ich gern mehr "korrekt" shoppen. Mache mir viele Gedanken. Dementsprechend wenig Kleidung und andere Produkte werden im Moment bei uns konsumiert. Beim Essen handel ich es so: viele Rohprodukte, wenn nicht, dann sehr genau auf Inhaltsstoffe achten, bevorzugt Produkte aus der Umgebung - auf Bio geb ich nicht mehr so viel. Beim Essen finde ich es recht leicht. Bei der Kleidungindustrie nicht. Gut, ich kann selbernähen - das spart schoneinmal die schlechten Arbeitsumstände. Aber woher kommen denn die Stoffe? Wer webt die? Leider gibt es da keine große Alternative, wenn das Budget eher eng steckt, oder?

    Liebe Grüße,
    Pauline

    AntwortenLöschen