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Fair Schnitt Workshop

Svenja
So, jetzt bin ich wieder vom Workshop zuhause und kann viel berichten.
Erstmal zu der Frage wie ich dazu kam: Ihr wisst ja, dass wir uns schon lange mit diesem Thema beschäftigen und in den letzten Wochen und Monaten wuchs der Frust über die Umstände in der Bekleidungsindustrie. Besonders schlimm fanden wir, dass wir in der Hochschule so wenig informiert werden, wo wir doch die zukünftigen Entscheider sein werden. Jedenfalls wollten wir etwas bewegen und schauten uns verschiedene Organisationen an, waren auch bei Greenpeace, aber erst in dem Programm von FAIR SCHNITT sahen wir unsere Interessen vertreten. Also schrieb ich einfach mal eine email an die Projektreferentin und nach einigen Mails hin und her kam dann die Einladung zum Workshop.
Leider waren doch nicht so viele Hochschulen vertreten wie erwartet, aber unter anderem waren von uns (Hochschule Niederrhein) Prof. Voller, der Prodekan, anwesend und eine Masterstudentin. Nach einer Vorstellungsrunde erfuhren wir viel über die CCK, Femnet und Fair Schnitt und eine Referentin aus Österreich berichtete wie in den vergangenen Jahren vergleichbare Programme in Österreich, England, den Niederlanden und Polen erfolgreich umgesetzt wurden. Da aber in jedem Land andere Gegebenheiten, Gesetzmäßigkeiten und Strukturen vorherrschen, gibt es kein Patentrezept das man überall anwenden kann, deshalb beschäftigten wir uns im zweiten Teil des Workshops mit Zielen und deren Umsetzung an deutschen Hochschulen.
Das übergeordnete Hauptziel ist natürlich, das deutschlandweit an allen Hochschulen mit Bekleidungsbezogenen Studiengängen Inhalte wie faire Arbeitsbedingungen, nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen und Umwelt in den Lehrplänen verankert ist. Wie man das erreichen kann ist allerdings schwer und finanziell sehr aufwendig. Kleine "Schritte" die wir uns überlegt haben sind z.B. Vorträge von Menschen aus Ländern in denen Bekleidung produziert wird, diese sollten aber nicht extra angeboten werden in Abendveranstaltungen (sind wir doch mal ehrlich: die wenigsten Studenten bleiben extra lang in der Uni) sondern integriert in die passende Lehrveranstaltung, außerdem würden wir uns an unserer Hochschule die Einrichtung eines Wahlpflichtfaches wünschen und das in den passenden Vorlesungen diese wichtigen Themen mehr Bedeutung bekommen. Voraussetzung dafür sind natürlich engagierte, und vor allem gut informierte Lehrende, deshalb soll auch eine Mediendatenbank aufgebaut werden und in regelmäßigen Tagungen sollen diese Themen angesprochen werden. Der große Umsturz wird allerdings Zeit brauchen, gerade an einer so großen Hochschule wie unserer mit einem Fachbereich für Textil- und Bekleidungstechnik mit 1600 Studenten. Aber nach dem Treffen war ich wirklich sehr positiv gestimmt, ich hätte niemals gedacht, das die Hochschule so entgegenkommend sein würde und ich bin schwer begeistert. Natürlich wird erst die Umsetzung in den nächsten Jahren zeigen ob sie Wort halten und sich etwas ändert, aber so wie ich die Hochschule (ich kann leider nur von unserer sprechen, da ich keinen Einblick in die anderen habe) im letzten Jahr kennen gelernt habe und wie sie sich auch gestern nochmal präsentierte ist sie immer sehr zukunftsweisend und fortschrittlich und ich glaube sie wird es sich auch nicht entgehen lassen in diesem Thema ein Vorreiter zu sein. Wie Prof. Voller so schön sagte: "Das Thema schlägt gerade Wellen", nicht nur in unserem Fachbereich und diese sollte man ausnutzen, auch als Student. Man glaubt zwar immer man kann alleine nichts bewegen, aber man sollte es wenigstens versuchen.
Wir gestalten die Zukunft und wir alle, egal was wir studieren oder lernen, sollten Wert darauf legen, dass uns das richtige "Werkszeug" für unsere künftigen Entscheidungen gegeben wird.


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Kommentare:

  1. Ein guter Ansatz! Wir müssen weg vom "Billig-um-jeden-Preis".

    Darf ich den Text von dem Interview auf meinem Blog veröffentlichen? Er würde sich als "Über mich" gut machen. Ich glaube so detailliert habe ich noch nicht über meine Hintergründe zu .MORGENSCHOEN. geschrieben.

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  2. *daumenhoch* Danke für den Bericht - scheint dir ja gefallen zu haben.

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