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Kleidung im Wandel der Zeit


Wenn man davon erzählen soll wie die Mode sich in den letzten 60 Jahren verändert hat, fallen einem viele Sachen ein: schrille Farben, Schulterpolster, Baggypants, Schlaghosen, Plateuschuhe usw.
Als ich letztens dann aber die alten Schnittmuster fand, bekam ich eine weitere Sichtweise auf die Mode von damals und heute und habe lange darüber gegrübelt. Mit einem Satz gesagt: Die Mode ist einfacher geworden.

Damit beziehe ich mich sowohl auf Konfektionsware aus den Geschäften, wie auf Schnittmuster und Selbstgenähtes. An diesen alten Schnitten bewundere ich vor allem die Vielzahl, die Variationen und die technischen Kniffe. Im Vergleich zur heutigen Burda waren die Schnitte um ein vielfaches schwerer zu fertigen, aber auch schöner, einfallsreicher und "besonderer". Ich persönlich bemängele an aktuellen Schnittzeitungen immer wieder, dass sie sich ständig wiederholen und immer simpler werden. Aber genauso ist es in der Konfektion. Da liegt die Frage direkt auf der Hand, ob das einfach zur Zeit Trend ist, diese schlichten Schnitte, oder ob es dafür nicht andere Gründe gibt. Für mich ist ganz klar: schlicht muss nicht einfach sein, dass sieht man sehr gut bei meinen Lieblingsdesignern Schumacher und Chloé. Auch wenn die Modelle sehr schlicht wirken, sind die Schnitte doch oft kompliziert und eindrucksvoll. Aber für diese Mode zahlt man eben auch einen gewissen Preis. Anders bei Stangenware, die 1000fach mit den geringsten Kosten produziert wird. Und genau dort liegt für mich der Schlüssel. Komplizierte Teile zu produzieren kostet mehr Geld, man braucht mehr Stoff, besser ausgebildete Arbeiter und mehr Zeit, nur leider bezahlen das die Kunden von H&M und Konsorten nicht. Früher war noch das meiste Handarbeit, entweder die Frauen schneiderten sich ihre Kleider selbst, oder sie hatten eine Schneiderin. Man hatte danach ein Einzelstück und war stolz darauf, man hegte und pflegte es und auch wenn es schon zum 10ten mal repariert wurde, kam man trotzdem nicht auf die Idee es wegzuwerfen. Ganz anders heute, wo viele billige Tops noch nicht mal einen Sommer überleben und wo selbst der Preis es fast erlaubt sie als Einwegartikel zu verwenden. Ich frage mich, ob die Modeindustrie (Massenware) nicht unbedingt durch Designer und Trends sondern vielmehr durch den Preis bestimmt was getragen wird.
Kein Modediktat, sondern ein Preisdiktat. Denkt mal darüber nach....

1 Kommentar:

  1. Habe euer Blog eben erst entdeckt, ganz tolle Sachen.

    Zur Vereinfachung der Mode, das ist mir auch aufgefallen, und ich denke, es hängt - neben euren genannten Gründen - auch damit zusammen, dass viele Menschen heute auch einfach mehr Kleidung haben (wollen) als früher.
    Es ist nicht mehr das EINE Sonntagskleid, das Kleidungsstück, dass man mehrere Tage in der Woche trägt usw., sondern ständig Vielfalt, Abwechslung, immer der neusten Mode folgen... sowas geht natürlich arg ins Geld, daher wird oft auf miese H%M-Qualität etc. zurückgegriffen. Die "Einzigartigkeit" eines Outfits entsteht dann eher durch Accessoires als durch das Kleidungsstück selbst.
    Schade eigentlich. :(

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