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Weißes Kleid

Inspiriert von royalen Hochzeiten, einigen TV Beiträgen, und nicht zuletzt meiner eigenen Hochzeit, möchte ich nun einiges zum Thema Brautkleid loswerden.

Material: Keine synthetische Faser kann die Optik von Seide oder Baumwolle auch nur im Entferntesten nachahmen. Eine Naturfaser ist ein absolutes Muss für das Traumkleid.
Leider wissen selbst viele Angestellte der Brautmodenläden nicht über ihre Materialien Bescheid. Ein einfacher Weg der Naturfaser auf die Spur zu kommen ist die Brennprobe. Ein Faden des Materials genügt, wenn nach dem Verbrennen ein harter Rückstand zurückbleibt, handelt es sich um eine synthetische Faser, denn synthetische Fasern sind nichts anderes als Plastik.
Seide ist in ihrer Optik und Haptik unschlagbar edel, und sollte immer das Material der Wahl sein.
Die Bindung (wie der Stoff gewebt ist) ist letzendlich entscheidend für Glanz und Fall.
Die gängigen Brautkleider sind aus Taft, ein dünnes einfaches Gewebe, mittleren Glanzes. Doch sind den Bindungen der Stoffe kaum Grenzen gesetzt: Dupion, Duchess, Satin, Jaquard.. uvm
Auch auf den sogenannten Seidenschrei sollte keine Braut verzichten müssen. Seide gibt ein unverkennbares Geräusch von sich, es knistert und lebt.Von einem Plastik-Gewebe kann das leider nicht erwartet werden. Aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften, und seiner mühevollen Aufarbeitung ist Seide ein sehr teures Material.


Schnitt: Leider sind die gängigen Brautkleider, die es heutzutage zu kaufen gibt, vom Schnitt her kaum noch zu unterscheiden. Oftmals trägerlos, eng bis knapp unter der Taille und dann weit ausgestellt, Prinzess-Linie. Dies mag zu fast jedem Körpertyp passen, doch mittlerweile macht das auf mich einen einfaltslosen Eindruck.
Jede Braut sollte sich mit ihrem persönlichen Stil ausseinandersetzen, sonst sieht das Ergebnis schnell verkleidet aus.
Warum nicht mal ein kurzes Kleid, warum kein enges Kleid, warum nicht mal etwas Farbiges, warum keine Ärmel?
Fazit: eine Prinzess-Linie aus Seide wird teuer, keine Frage, aber muss es immer derselbe Schnitt sein?
Kaum noch eine Frau passt den Stil ihres Hochzeitskleides ihrem eigenen Stil an.

Spitze und Glitzer: Beim Thema Spitze sind wir leider wieder beim Thema Material, denn fast alle Spitzen sind aus Polyester, getoppt wird das dann mit Plastikperlchen die teilweise sogar nur aufgeklebt sind. Es gibt wunderschöne Spitzen aus Baumwolle und aus Wolle, doch leider ist der Markt durch den höheren Rohstoffpreis nicht so weit ausgebaut.
Wer also auf Spitze nicht verzichten möchte, sollte genau auf das Material schauen. Denn es wäre schade, wenn später auf Fotos das Kleid einfach nur noch billig glänzt oder die Perlen schon nach einer Stunde lose sind.

Preis: Im Brautmodenladen kostet ein durchschnittliches Kleid um die 800-1300 Euro (dazu kommen noch ca. 50-200€ für Änderungen). Hier sprechen wir zumeist von einem Prinzess-Traum aus Plastik, Tüll und Glitzer.
Polyestertüll kostet im Einkauf maximal 2 Euro pro Meter, Taft wird mit etwa 5 Euro auch nicht ausschlaggebend sein für den hohen Preis, zu dem werden mind. 3/4 aller Brautkleider im asiatischen Raum gefertigt, auch wenn im Kleid "Made in Spain" ect steht.
Die Kleider sind also weder von herausragendem Material, noch von Hand gearbeitet. Bräute sind hier der Konsummaschinerie ausgeliefert.

Wir raten jeder Braut dazu sich in einem Modeatelier zumindest einmal kostenlos beraten zu lassen, Stoffe zu ertasten, Farben zu vergleichen und die Unterschiede zu erkennen. Was die meisten allerdings vom Schritt zum Schneider abhält ist der Preis, dabei muss man für ein tolles Brautkleid aus Naturfasern auch beim Maßschneider in Deutschland nicht unbedingt mehr zahlen. Gerade Bräute mit "individuellen" Farb- oder Formwünschen, vielleicht auch Figurproblem, sind mit einer persönlichen Schneiderin besser beraten.

Ich habe im Winter geheiratet, in Seidenduchess und Baumwollspitze, der Schnitt inspiriert durch die 40iger Jahre, genäht hat es eine liebe Kollegin.
Passend zum Wetter habe ich mir einen Muff gemacht und eine Strickjacke von H+M mit einem Kragen ausgestattet.






Jeder Braut soll hiermit Mut gemacht werden, ein Kleid ihrem Stil entsprechend zu wählen, und nicht dem Kleiderwahnsinn der Brautmodenläden zu verfallen. Jede Frau ist einzigartig, und so sollte auch das Brautkleid sein.

Meiner Meinung nach der beste Hochzeitsblog, mit tollen Vintage Ideen: Ruffledblog

1 Kommentar:

  1. WOW, das Kleid ist wunderschön!
    Ich bin zwar noch weit von meiner eigenen Hochzeit entfernt, aber das werde ich als Inspiration aufbewahren :)

    Lg Mirjam

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