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1 {Mittwochsgast}...Babypost


Hallo ihr Lieben,
Ich wollte heute ein paar Gedanken rund um das Thema Kinder kriegen / haben mit Euch teilen. Wir waren irgendwie die ersten im Freundeskreis die sich an dieses Abenteuer rangewagt haben. Es ist ja schon so, ob man es sich eingestehen möchte oder nicht, dass es einen verändert und zwar völlig. Du wirst mit so einer Wucht in den Babykosmos geschossen, dass man einfach nicht mehr die Alte ist. Zumindest nicht mehr nur „die Alte“ und meist auch ein erhebliches Stückchen weniger „die Alte“. So waren wir ca. 1,5 Jahre alleine mit unserem Babykram und nun werden wir bald mit mehr Baby´s im Freundeskreis „belohnt“. Seit der Geburt reagieren wir überproportional emotional, bei allem was nur im entferntesten Sinne mit Baby´s zu tun hat. Ich freue mich so, weil man dann noch ein großes Interessengebiet mehr teilt. Ich träume von einem Garten voller Kinder, die so wild sind und so viel Blödsinn machen wie es schöner nicht sein kann.
Ich zeige Euch heute das letzte Mal angekündigte Mami-Paket. (Entschuldigt die nicht gerade preisverdächtigen Bilder- Himmel war ich aufgeregt!)
Die Kleinigkeiten finde ich alle selber sehr niedlich, aber ich glaube das wichtigste Geschenk an junge Eltern ist Zeit und Fürsorge. In dem Paket habe ich eine Sanduhr eingepackt, die sagen möchte: wir sind da. ...falls ihr jemanden zum Reden braucht, …falls ihr 5 Minuten in Ruhe duschen wollt, …falls wir Euch irgendwas Gutes tun können, bitte lasst es uns wissen! Ich selbst war irgendwie im Frühwochenbett nicht so gut drauf und möchte es allen Mamis um mich herum so schön und angenehm wie möglich machen. Heute haben der Herr des Hauses und ich z.B einen Auflauf vorbei gebracht, halt solche Streicheleinheiten fürs Herz.
Und weil das oben erwähnte Abenteuer das allerbeste Abenteuer unseres Lebens ist , machen wir gleich auch nochmal mit - das Herzkind wird große Schwester. Weil wir schon ein wahnsinnig tolles Superhelden-Kind haben, nehmen wir sehr gerne noch mehr davon- die Freude ist riesig.
Als ich mit unserer Großen schwanger war, fand ich schwanger sein ist wie der Wolf im Schafspelz. Es sieht so schön und niedlich aus und war fürchterlich gruselig. Entweder es ziept zu viel und man macht sich Sorgen oder es ziept zu wenig und man macht sich noch mehr Sorgen. Ich hatte vor meinem geistigen Auge immer eine blinkende Werbetafel auf der in neonfarbenen Großbuchstaben „SCHWANGER“ geleuchtet hat. Von dem Zeitpunkt des positiven Testes konnte ich gefühlt keinen anderen klaren Gedanken fassen, war ständig damit beschäftigt in mich rein zu fühlen.
Jetzt ist es komplett anders. Ich genieße es, wenn ich abends zur Ruhe komme und jemand klopft. Oder wenn ich an einem Spiegel vorbei gehe und staune, wo auf einmal der Bauch herkommt, die Zeit rennt- alles nimmt irgendwie selbstverständlich seinen Lauf.
Bis Bald,
Jamie

2 Rückblickend 2814 und 2914

Erlebnis
Die letzten beiden Wochen bedeuteten für mich eine riesen Entlastung, zuerst die letzte Klausur meines Studiums, die ich auch super bestanden habe, und dann das Ende des Praxissemesters letzte Woche. Ich habe es endlich geschafft! Endlich scheinfrei. Ein wunderbares Gefühl!
Als ich dann endlich frei hatte, mussten wir aber noch ganz viel erledigen, Reste für den Urlaub einkaufen, Packprobe machen und uns wie gewöhnlich beim "Koffer packen" streiten. Übers Wochenende sind wir aber erst mal zum Schwiegermutter gefahren, da war die Hitze vermutlich etwas erträglicher als in der Stadt, aber trotzdem war es viel zu heiß. Martha hat stundenlang im Planschbecken gesessen und ich hab mir trotz Schatten natürlich schon nen fetten Sonnenbrand eingefangen.
Lieblingsbeschäftigung Hände waschen

Da war es noch kälter...Spielplatz mit Esther, Alva und Bauchbaby. Der beste Spruch des Tages: Alva klettert an einer Rutsche die Leiter hinauf und Martha will auch, ist aber noch zu klein um die Leiter hoch zu kommen, da ruft Alva von oben im Befehlston zu Martha runter: "Alva rutschen! Martha wachsen!"
Mamas Keksvorrat entdeckt...die Bilder wie Martha danach aussah erspare ich ihr lieber ;)

Bei Dauerregen zur letzten Klausur


Und in der Hitze im "Pool"

Abschied
Ein letzter Blick auf meinen alten Arbeitsplatz....
...und ein blumiger Abschiedsgruß


Leseliste
Nach der Klausur habe ich uns allen Lesestoff aus dem Kiosk mitgebracht: Die neue "Warum" für Nils, das "flow ferienbuch" für mich und ein "Das tapfere Schneiderlein"-Pixi für Martha.


Taschengeld

Ein Eis im Urlaub ist drin :)

Zirkuskind

13 {Working mum}...Es ist geschafft!

Letzte Woche war es soweit, der Moment auf den ich 5 Monate hin gearbeitet habe. Die große eiserne Tür schließt sich laut hinter mir und kurz fühlt es sich so an als bliebe die Zeit stehen. Der letzte Tag des Praxissemesters ist geschafft, ich habe es endlich hinter mir.
Auf dem nach Hause Weg fällt Stück für Stück der Ballast von mir ab und zuhause angekommen kullern erst mal die Tränen. Vor Freude, vor Erschöpfung.
Die letzten zwei Monate gehörten zu den härtesten die ich bisher hatte. Jeden Tag Überstunden, ein enormer Zeitdruck auf der Arbeit, dazu noch 3 Klausuren für die ich lernen musste, die Sache mit den Zähnen und private Sorgen.
Wenn ich zurück schaue, frage ich mich, wie ich das alles geschafft habe ohne durchzudrehen. Vielleicht bin ich auch durchgedreht, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, ich hätte keine weitere Woche ausgehalten.
Wochenlang lief ich nur auf Autopilot, musste funktionieren. Habe alles gegeben was ich hatte, bis zur Erschöpfung.
Erst jetzt wo es vorbei ist, merke ich wie sehr mich die ganze Situation belastet hat.Zum ersten mal in meinem Leben, habe ich das Gefühl, das mein Körper mich bremst, mich warnt.
Jetzt erst mal runterkommen, abschalten, und ganze viel Zeit mit meinen Liebsten verbringen. Einfach mal wieder genießen, nichts tun, träumen und in den Tag hinein leben. Einen ganzen Tag im Bett liegen bleiben oder neue Welten erkunden. Einfach nur ich sein, einfach nur Mama sein.
Noch nie habe ich mich so auf Ferien gefreut wie jetzt, und noch nie habe ich sie so dringend gebraucht!

14 {Mittwochsgast}...Inklusion – die Wahrheit einer Lehrerin

Dies wird heute ein Artikel, in dem es um mein Berufsleben geht und darum, wie alle unsere Kinder zukünftig beschult werden sollen. Dies ist ein Artikel, der kontrovers und sicherlich negativ behaftet ist. Ich betone, dass der Artikel zwar in vielen Punkten Fakten aufweist, aber die meisten Ansichten aus meiner persönlichen Meinung und Erfahrung entspringen und es durchaus viele Experten gibt, die das ganze Thema sicherlich ganz anders sehen, als ich.

Inklusion – was ist das?
„Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität (=Vielfalt) in Bildung und Erziehung ist. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Verb includere (=beinhalten, einschließen, einsperren, umzingeln) ab. Befürworter der Inklusion betrachten Heterogenität als ‚normale‘ Gegebenheit“[1]

Anders ausgedrückt: Inklusion will, dass ALLE Kinder egal ob schwarz, weiß, gelb oder grün ;), krank oder gesund, behindert oder nicht behindert die gleichen Lernchancen bekommen und gemeinsam die gleiche Schule und die gleiche Klasse besuchen dürfen. Das Gesetz hierzu tritt in diesem Jahr in Kraft, weswegen es im Schulsystem gerade große Umbrüche gibt.

Erster Impulsgedanke:
Wer die „Definition“ (das schreibe ich deshalb in  Anführungszeichen, weil des soviele davon gibt, dass man kaum noch durchblickt, weswegen ich der Einfachheit halber mal die naheliegendste von Wikipedia genommen habe) liest, der denkt als erstes:
Mensch Klasse! Unterricht / Schule frei nach dem Gedanken der Menschenrechte: Jeder Mensch ist gleich, keiner soll wegen seine Herkunft, Religion, Rasse, seines körperlichen oder geistigen Zustandes be-/ver- urteilt werden. Der erste Gedanke ist, dass das eine tolle Welt sein muss, in der jeder gleich behandelt wird und keiner sich schlechter fühlen muss, als ein anderer. ABER: Die REALITÄT in der Schule sieht anders aus!


Die Realität in (meiner) Schule:
Ich arbeite an einer sogenannten Vorreiter-Schule. Wir arbeiten also schon seit über zwei Jahren am „Pilotprojekt Inklusion“. Somit ist das, was ich berichte nun ein Bericht, der in zwei Jahren Beobachtung entstanden ist und nicht das „Angstgefühl“, das aufkommt, wenn wir als Kollegium daran denken, was passieren wird, wenn das neue Gesetz in Kraft tritt.
Als die Inklusion bei uns begann, war das wie so vieles, was man neu beginnt: Ein neues Projekt, dem mein Kollegium voller Tatendrang entgegen sah.
Dadurch, dass wir uns für die Vorreiterrolle gemeldet hatten, wurden wir personell super gut aufgestellt: 
Das reguläre Kollegium wurde fortan von zwei Förderschullehrerinnen unterstützt. Außerdem eine weitere, die stundenweise zur Unterstützung kam.
Außerdem haben wir (unabhängig von der Inklusion) an unserer Schule noch eine gesonderte Unterstützung durch zwei weitere Fachkräfte, die ich aus datenschutztechnischen Gründen nicht weiter beschreiben möchte.
In der Umsetzung verlief es zunächst recht gut. Durch die Förderschullehrerinnen hatten wir in Kooperation mit den Kindergärten schon vor dem Schuleintritt die Möglichkeit, Kinder genauer „unter die Lupe“ zu nehmen, „Diagnosen“ zu stellen und schon vor dem Schuleintritt Fördermaßnahmen durchzuplanen. Wir waren personell so aufgestellt, dass wir eigentlich immer mit zwei Lehrerinnen in einer Klasse waren und unsere Klassenstärken wurden stark herunter gebrochen, sodass es an unserer Schule eigentlich niemals dazu kommen würde, dass in einer Klasse 30 Kinder mit einer Lehrerin sitzen würden.
Mit dem Schuleintritt der ersten lernbehinderten Kinder bemerkten wir, dass es nach dem ersten halben Jahr doch zu großen Schwierigkeiten führt, diese Kinder im Klassenverband zieldifferent zu unterrichten. Die lernbehinderten Kinder hatten immer wieder ein negatives Gefühl!
-          Wieso schaffe ich die Aufgaben der anderen Kinder nicht?
-          Wieso bekomme ich von vorn herein andere Aufgaben, als die anderen Kinder?
Von dem Effekt dessen, was Hänseleien, Spott und „Mobbing“ betrifft, muss ich euch nichts erzählen. Ihr alle wisst, wie gemein Kinder sein können und wie schnell sie „raus haben“, wenn jemand „anders“ ist.
Wir konnten all das aber gut auffangen, weil wir ja zumindest zu zweit waren. Wir hatten somit die Möglichkeit, dass die schwachen Kinder in einer Kleingruppe in anderen Räumen unterrichtet wurden. Dies wurde dann bei uns zur Praxis, was aber dem Grundgedanken der Inklusion wieder vollständig entgegensteht.
Die Kinder wurden somit nicht anders behandelt, als wären sie doch auf der Förderschule, die es ja nicht mehr geben soll, aber mit sehr viel WENIGER Förderung, da es ja auf unserer Regelschule, eben nur stundenweise möglich war, die Kinder so zu fördern, wie sie es eigentlich verdient hätten.

Hintergrundinfos:
Damit man versteht, in welchem Klientel ich arbeite hier mal beispielhaft meine derzeitige Klasse, in die ich nach meiner Elternzeit kam:
-          20 Kinder (7 Mädchen, 13 Jungen)
-          Von den 20 Kindern 4 deutsche Kinder, ansonsten Kinder mit Zuwanderungsgeschichte vorwiegend aus der Türkei, Marokko, Russland.
-          2 Kinder mit diagnostiziertem Förderschwerpunkt Lernen (früher hätte man gesagt, die beiden sind Lernbehindert)
-          7 „alte“ Lernschwache Kinder. Also 7 Kinder, die eigentlich schon in der 3. Klasse wären, aber die zweite Klasse aufgrund ihres Lernstandes wiederholen (mussten).
-          Zu den 7 „alten“ schwachen, kommen noch drei „neue“ schwache hinzu.
-          2 Kinder mit Förderschwerpunkt „E-S“, was so viel heißt wie „emotional-sozialem Förderbedarf“. Früher hätte man gesagt „verhaltensgestört“ oder etwas harmloser „schwer erziehbar“
-          3-4 Kinder, die tatsächlich Leistung erbringen möchten, sie anstrengen und dabei auch noch unauffällig in ihrem Verhalten sind.
-          Bleiben 5-6 Kinder, die einfach schlichtweg keine Lust haben, wegen ihrem sozialen Hintergrund wenig gelernt haben, zuzuhören oder Respekt vor Erwachsenen zu zeigen.
-          Und last but not least: EINE (!) Lehrerin, die all diesen Kindern zeitgleich gerecht werden soll.

Was passierte dann?
Es kam eigentlich, wie es kommen musste: Die Situation wurde für alle schlechter:
Eine Förder-Kollegin wurde schwanger und bekam ein Berufsverbot und schwups sank die Förderung für alle Kinder erheblich. Wir Klassenlehrer waren wieder mit den Kindern allein, da noch weitere Personalprobleme behoben werden mussten. Und was dann noch zum eigentlichen Problem wird, folgt jetzt:


Was ist das Problem / an was denkt die Politik?
Wenn in der Politik Pläne für die Inklusion gemacht werden, dann denken die Politiker immer an das gehbehinderte Kind, was gemeinsam mit den anderen Kindern am normalen Unterricht teilnehmen soll. – Ein schöner Gedanke, der je nach Kind durchaus Sinn macht. Dafür ist es natürlich baulich erforderlich, dass es in der Schule für dieses Kind möglich ist, barrierefrei am Unterricht teilzunehmen. Für diese Kinder werden aber keine „Förderschullehrer“ gebraucht.
Das ist die einfachste Variante. Die zweite Variante, an die gedacht wird, ist dass auch Kinder mit Lernschwäche am Unterricht der Regelschule teilnehmen sollen, was dann schon problematischer wird und ohne entsprechende personelle Unterstützung durch Förderschullehrer nicht zu stemmen ist.
Die Variante, die eigentlich (zumindest nach meiner Kenntnis) nie / zu wenig / zu schwammig zur Sprache kommt, ist die Anwesenheit der Kinder, die einen Förderschwerpunkt im emotional-sozialen Bereich haben. Denn: Was hier vergessen wird ist:
1.      Diese Kinder sprengen den GESAMTEN UNTERRICHT. Eines dieser Kinder reicht, damit, in einer Klasse kaum mehr richtiger Unterricht möglich ist.
2.      Diese Kinder sind oft (aber nicht immer) gefährlich. Und mit gefährlich meine ich Gefahr für Leib und Seele der anderen Kinder und auch der Lehrer.
3.      Für diese Kinder kommen keine speziellen Förderschullehrer, es hat uns keiner je gesagt, wie man mit ihnen umzugehen hat. Es gibt zu wenige Fortbildungen, die wirklich etwas taugen und vor allem ES GIBT ZU WENIG PERSONAL.
Wie soll eine Lehrerin der Situation alleine Herr werden, in dem das ES-Kind ausrastet und mit Stühlen auf andere Kinder losgeht und Tische um tritt. In dem Moment ist es eigentlich schon mal grundlegend erforderlich, dass der Unterricht für die anderen Kinder weiterläuft. denn es darf ja heutzutage kein Unterricht mehr ausfallen (hahaha;).  Das kann man per se also schon mal vergessen. Dann ist es notwendig, dass das ES-Kind festgehalten wird, um sich selbst und vor allem die anderen Kinder zu schützen. Außerdem ist es notwendig, dass ein zweiter Kollege da ist, der dann die Eltern informiert und die anderen Kinder weiter beaufsichtigt, bis das ES-Kind abgeholt wurde. Aber halt!!! Den zweiten Kollegen gibt es nicht! Also muss ich, die ja gerade dieses Kind mit aller Kraft festhält (und haltet mal einen 10 -jährigen, der voller Adrenalin ist und fast so groß ist, wie ihr fest!) mit dem Kind die Treppen runter, um die Eltern anzurufen! Dafür werden dann 19 andere Kinder unbeaufsichtigt in der Klasse zurück gelassen! – In dieser Zeit läuft KEIN Unterricht weiter.
Außerdem: Das ES-Kind wird nun (wie schon drei mal in der Woche) von den Eltern abgeholt. Zu Hause tanzt es den Eltern genauso schlimm auf der Nase herum, wird nicht gefördert, geht nicht zum Psychologen oder bekommt sonstige Hilfe.
In 99 % aller Regelschulen gibt es aber personell auch niemanden, der für die Förderung genau DIESER Kinder zuständig ist, weswegen sich das Verhalten nicht ändern wird und ein Teufelskreis entsteht. Im schlimmsten Fall entsteht eine Aussummierung des Ganzen. 
Neues Problem – noch weniger Personal:
Der Politik fiel dann jetzt endlich mal auf, dass ja für die Umsetzung der Inklusion anderswo das Personal fehlt. Also wurden zwei unserer drei Förderschullehrerinnen abgeordnet und müssen anderswo ihren Dienst tun. Wir haben also weniger  und noch weniger Personal für mehr Förderkinder. Das macht ganz viel Sinn, wie ihr sicherlich merkt ;)
Was bedeutet all das für uns Lehrer?
Mein  Grundgefühl ist, dass ich jedes Kind individuell nach seinen Bedürfnissen fördern möchte! Das  ist schlichtweg nicht möglich, weil dafür in 45 Minuten- Unterrichtsstunden alleine mit 20 Kindern nicht die Zeit bleibt. Das macht uns unzufrieden. Immer wieder trachten wir nach Verbesserung und Optimierung unseres Unterrichtssystems, aber uns fehlt für die Umsetzung ein zweiter Kollege im Klassenzimmer, andere Räumlichkeiten (Räume, wo die Kinder sich in kleinen Gruppen zusammensetzen können) und ZEIT. Zeit im Unterricht und Zeit in der Vorbereitung. Mein Tag hat nur 24 Stunden, wie der eines jeden Anderen auch! Ich müsste mich eigentlich um meinen Haushalt und meine Familie kümmern, einen vollständigen Unterrichtstag absolvieren und anschließend für den kommenden vollständigen Unterrichtstag für 6 Unterrichtsstunden in verschiedenen Fächern für jedes Kind ein einzigartiges, eigenen Arbeitsblatt erstellen, was genau dem Lernstand dieses Kindes entspricht, damit das Kind optimal auf SEINEM Leistungsstand gefördert wird. Das das an sich schon nicht möglich ist, weil die Konzeption eines ertragreichen Arbeitsblattes nicht gerade einfach und für 6 Stunden á  6 unterschiedlichen Fächern á 20 unterschiedlichen Kindern für mich allein nicht machbar ist, dürfte einleuchten. Erschwerend käme hinzu, dass ich ja täglich die Lernstände der 20 neu diagnostizieren müsste, was nochmal etliche Stunden benötigen würde.
Ergo: Man hat immer wieder das Gefühl, dass es immer noch zu wenig ist, wenn man trotzdem ALLES gibt.
Das regelt jeder Lehrer nun irgendwie anders. Ich habe momentan einen ganz guten Weg gefunden, indem ich Arbeitsblätter wenn möglich und nötig in verschiedenen Schwierigkeitsstunden anbiete. Das ist schon mal besser als nichts.
ABER:
Das behebt wieder nicht die oben beschriebene Problematik der ES-Kinder, mit denen viele meiner Kolleginnen und ich maßlos überfordert sind, die wirklich den Unterricht für mich und alle anderen Kinder zeitweise mehrmals pro Woche unmöglich machen.
Das frustriert und raubt Kraft. Ich habe im eigenen Kollegium schon die Erfahrung gemacht, dass aus solchen Extrem-Situationen ein Burnout einer Kollegin entstanden ist. All das wird nun viel mehr auftreten, da es ist, wie so häufig: Die Politik beschließt etwas, ohne sich über die Umsetzung und Folgen ausreichend Gedanken zu machen.

Was bedeutet das für die Kinder?
1.      Lernschwache / Lernbehinderte Kinder, werden in diesem Schulsystem meiner Meinung nach immer das Gefühl haben „schlechte Schüler“ zu sein. Sie werden immer glauben, dass sie schlechter sind, als alle anderen und dass sie das, was die anderen können niemals schaffen werden.
Das ist für mich eine grausame Vorstellung Kinder so groß zu ziehen und ihnen immer wieder mit ihren Defiziten vor den Augen herum zu wedeln. Für mein eigenes Kind würde ich es mir niemals wünschen.

2.      E-S Kinder: Sie tragen häufig ein soooo großes Leid mit sicher herum, was sich in ihren Ausrastern und ihren Aggressionen wiederspiegelt, aber sie laufen in der Schule „nur so nebenher“. Keiner kümmert sich ausreichend, um ihre Förderbedarfe, weil es niemanden gibt, der das kann. Sie erfahren aufgrund ihrer Verhaltensweisen häufig große Ablehnung von Mitschülern und Lehrern. Was wiederum zu einer Verschlimmerung ihrer Probleme führt.

3.      Die „normalen“ oder „guten“ Kinder, kommen leider leider leider zu häufig viel zu kurz. Es fällt aufgrund der GROßEN Problematiken der anderen Kinder häufig viel zu viel Unterricht aus, es gibt keiner Förderangebote für gute Schüler mehr, weil alle Kapazitäten für die Förderangebote der Kinder mit „Auffälligkeiten“ drauf gehen.

Fazit für mich als Mama:
Ich bin sehr froh, dass ich momentan mein Kind noch nicht zur Schule schicken muss! Es wird einiges an Veränderung im System notwendig sein, damit eine Schule entsteht, so wie man sie sich für sein eigenes Kind wünscht.

Fazit für mich als Lehrerin:
Mein Kollegium und ich werden weiterhin ALLES dafür tun, dass für jedes einzelne Kind Schule in akzeptabler Weise möglich ist. Wir hoffen, dass sich politisch und vor allem personell noch einiges tun wird, damit wir qualifizierten Unterricht für alle anbieten können und wir werden alles tun um aktiv darauf hinzuwirken.
So negativ der Artikel hier klingt, so sehr liebe ich die Kinder meiner Klasse und meinen Beruf! Ich werde alles dafür tun, was ich kann!
In diesem Sinne werde ich mich jetzt in meinen 6-wöchigen Ferien mal zwei Wochen in den „Urlaub“ begeben und anschließend wieder täglich an den Schreibtisch setzen, in der Hoffnung, im neuen Schuljahr schon etwas besser zu machen, als zuvor!

PS: Wer Rechtschreib- und insbesondere Kommafehler findet, darf sie gern behalten ;) – Ich hab Urlaub und der ganze Text hier ist nicht gerade emotionslos entstanden. :D:D:D




[1] Entnommen aus Wikipedia.de

5 Rückblickend 2614 und 2714

Erlebnis
Es ist Klausurenphase! Die -hoffentlich- letzte in diesem Studium. Letzte Woche habe ich die erste Klausur geschrieben. Leider lief es beim schreiben nicht so gut, es kamen genau die Fragen die ich nicht gut gelernt hatte und ich hab einfach nur irgendwas geschrieben was meiner Meinung nach hätte stimmen können....scheinbar hatte ich echt Glück, denn es ist noch ne 1,3 geworden! *juhu* Heute morgen dann die nächste Klausur die sehr gut lief und Mittwoch die allerletzte, für die ich mich so gar nicht aufraffen kann etwas zu lernen...vor allem nachdem ich die 1 gesehen habe.
Fürs lernen habe ich mir meine Urlaubstage aufgehoben und sie auch nicht nur in der Bibliothek verbracht, sondern auch schönes mit meinen Liebsten unternommen. Vorletztes Wochenende waren wir bei der Schwiegermutter um den Geburtstag von Marthas Uroma zu feiern. Das war ganz schön, hätte ich mir nicht eine kleine Lebensmittelvergiftung geholt und die halbe Nacht über der Schüssel verbracht.
Am Tag drauf ging es aber schon wieder besser und so konnten wir in einem großen Outdoor-Geschäft in Holland den Rest unserer Ausrüstung kaufen, dazu ein Extra-Post.
Seit Donnerstag habe ich nun wieder Lern-Urlaub (nachdem ich zwischendurch noch 4 Tage arbeiten war). Donnerstagmittag habe ich mir etwas ganz großartiges gegönnt, nämlich den PhilharmonieLunch in der Kölner Philharmonie. Das gibt es glaube ich einmal pro Monat. In der Kölner Philharmonie kann man dann KOSTENLOS eine halbe Stunde dem WDR-Rundfunkorchester bei der Probe lauschen. Wunderschön!
Außerdem habe ich seit 2 Wochen einen neuen Job, also ab Mitte August, über den ich mich sehr freue.
Langsam geht alles in die heiße Phase, nur noch eine einzige Klausur, nur noch 6 Tage Praktikum, und dann fallen endlich ganz viele Lasten von mir ab und wir können endlich in den verdienten Urlaub starten!







Handarbeit
Ein paar Probearbeitsstücke für den neuen Job und ein Pulli für eine liebe Lotte&Ludwig-Kundin ist diese Woche von der Maschine gehüpft.

Leseliste
Neues Mo Hayder-Buch...
...und die neue Nido mit dem perfekten Artikel für unseren Urlaub

Weisheit

Erste Worte
Marthas erstes Wort: Tsüss!


Zirkuskind